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So

06

Mai

2012

Jauch macht den Elstner

Gerade machte in Günther Jauchs Sonntags-Talkrunde ein recht aufgebrachter Zuschauer aus dem Publikum lautstark auf Probleme bezüglich des Neubaus der renommierten Ernst Busch-Schauspielschule in Berlin aufmerksam, als er von mehreren Ordnern ruppig aus dem Saal abgeführt wird. Jauch ist damit gar nicht einverstanden und lässt ihn wieder ins Studio schaffen:

Das gab's doch schon mal? Genau. Bei Wetten dass...? nämlich. Dort hat Frank Elstner seinerzeit ähnlich auf den Rauswurf von Demonstranten reagiert:

(Bei ca. 02:00 min. geht's los. Danach bekommt es dann auch Gottschalk mit ein paar politischen Aktivisten zu tun)

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Do

03

Mai

2012

Lach doch mal Schmidt!

Also....wenn die Harald Schmidt-Show auf SKY ab August nur halb so lustig wird, wie die Tweets, die der Chefzyniker (oder einer seiner Untergebenen) hier seit seinem Pay TV-Deal täglich mehrmals postet, können wir uns auf was gefasst machen:

Ach, ja....und ein schönes, aktualisierts Bild für den Twitter-Account gibt's natürlich auch noch:

 

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Mi

14

Mär

2012

Grimme-Preis für Promi-Dinner

Ha! Reingefallen. Natürlich nicht das ECHTE Promi-Dinner auf VOX, sondern die  wunderbare TV-Comedy Walulis sieht fern, die Tele 5 Ende letzten Jahres unbemerkt im Nachtprogramm versendet hat, wird in der Sparte Unterhaltung mit dem begehrten deutschen Fernseh-Qualitätspreis ausgezeichnet. Einzelne Beiträge daraus, wie die Promi-Dinner-Persiflage oben oder der "Tatort in 120 Sekunden", geistern schon seit geraumer Zeit mit wahnsinnigem Erfolg durchs Netz. Umso bemerkenswerter ist das Ganze, wenn man weiss, dass da keine Profis am Werk sind und keine große Produktionsfirma im Hintergrund die Fäden zieht, sondern lediglich der kleinen Münchener Ausbildungskanal afk tv für das Format verantwortlich ist. Dank der hohen Auszeichnung wiederholt Tele 5 sein neues Aushängeschild ab nächste Woche Donnerstag, den 22.03 übrigens auch endlich zu einer besseren Sendezeit: um 23:05 Uhr geht's dann los. Wem das zu trotzdem noch zu spät ist: Walulis und sein Team haben auch einen eigenen You Tube-Kanal und eine Homepage, auf der es die Folgen ebenfalls komplett zu sehen gibt. Es lohnt sich auf jeden Fall, mal in diese saukomische,  mit viel Herzblut produzierte kleine Satire-Reihe reinzuschauen.

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Mi

14

Mär

2012

Bitte folgen Sie mir

Jetzt hat auch diese kleine Seite endlich ihren eigenen TWITTER-Account.

Dort gibt's zukünftig noch schneller Anmerkungen und Kommentare zum Mediengeschehen:

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Mo

12

Mär

2012

Der Lanz ist da

Da saß er selbst noch auf der Couch: M. Lanz und Th. Gottschalk Da saß er selbst noch auf der Couch: M. Lanz und Th. Gottschalk

Es ist vollbracht: das ZDF hat nun tatsächlich einen Nachfolger für Thomas Gottschalk gefunden. Seit gestern Abend darf sich  Markus Lanz offiziell Wetten, dass...?-Moderator nennen.

 

Nun also doch Lanz. Nachdem sich in den letzten Tagen und Wochen die Hinweise auf eine Übernahme des Show-Klassikers durch den Ex-RTL Explosiv-Moderator verdichteten, hat der neue ZDF-Intendant Thomas Bellut nun endlich die Katze aus dem Sack gelassen und alles dafür getan, die dritte Wahl (nach den Absagen Kerkelings und Pilawas) als seine erste erscheinen zu lassen. Natürlich, Lanz habe immer zum Favoritenkreis gezählt. Außerdem sei er "der Aufsteiger des Jahres".

 

Eins steht dabei fest: Lanz ist, nach Jörg Pilawa, die zweitlangweiligste Option, die das ZDF hatte. Die Chance, die Sendung nach Thomas Gottschalks Abgang z. B. mit den zwischenzeitlich ebenfalls hoch gehandelten und zudem noch beim hauseigenen Spartenkanal ZDFneo beschäftigten Jungmoderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf von Grund auf zu modernisieren wurde verschenkt. Anstatt sich mit dem vor allem beim jungen Publikum beliebten Duo völlig neuen Publikumsschichten zu öffnen, wird ein weiterer routinierter aber farbloser Konsensmoderator am Samstagabend auf Sendung geschickt. Ziel: Bloß nicht das ältere Stammpublikum vergraulen.

 

Dabei war man bei der Nachfolgersuche in den achtziger Jahren mal viel mutiger:

Als der nette, aber auch eher bieder-betuliche Frank Elstner das Ruder seiner Sendung einst aus der Hand gab, holte man sich damals so einen unverbrauchten jungen Moderator an Bord. Einen Schwiegermutterschreck. Einen, der sich in einer seiner Sendungen schon mal stellvertretend für eine leicht bekleidete Artistin im großmütterlichen Alter sorgte, dass sie sich so nicht "die Eierstöcke verkühlt". Jemanden, der aneckte. Einen echten Typen. Flapsig, mit einem losen Mundwerk: Thomas Gottschalk.

 

Diesen Mut bringen die Verantwortlichen freilich heute nicht mehr auf. Und genau das könnte die Sendung schnell in die Mittelmäßigkeit führen. Denn eins ist klar: Wetten,dass...? ist eine der Sendungen, die hauptsächlich wegen und nicht trotz des Moderators eingeschaltet werden. Spektakuläre Wetten allein reichen da kaum aus. Dies kann man schon allein daran erkennen, dass die Show unter Wolfgang Lippert nach Gottschalks erstem Abgang gnadenlos in den Quotenkeller rutschte. Erst mit dessen Rücktritt vom Rücktritt besserten sich dann auch die Zuschauerzahlen. Den wird es diesmal wohl aller Voraussicht nach nicht geben.


So bleibt allein die Hoffnung, dass Lanz sich in seiner ersten Sendung am 6.Oktober in Düsseldorf vielleicht doch noch neu erfindet; das aus dem biederen, bis an die Grenzen der Peinlichkeit auf Harmonie gebürsteten Late Night-Talker (bereits jetzt ein Highlight der Fremdscham: das unfreiwillig komische anbiedernde Verbrüderungsinterview mit Philipp Rösler nach dessen Bundespräsidenten-Coup) über die Sommerpause vielleicht doch noch ein spontaner, schlagfertiger und witziger Entertainer wird.

 

Man wird doch wohl noch träumen dürfen, oder?

 

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So

22

Jan

2012

Neulich in der Spiegel TV-Redaktionskonferenz:

„Mensch, am Sonntag haben wir doch aller Voraussicht nach wieder diesen super Quotenanschub durch’s Dschungelcamp. Da werden bestimmt wieder massig Zuschauer aus der werberelevanten Zielgruppe hängenbleiben. Hat sich schon jemand Gedanken gemacht, wie wir die bei der Stange halten können?“


„Na klar. Machen wir doch erstmal irgend so’n Bericht, der entfernt mit dem Dschungel zu tun hat. Irgendwas mit Ekel und Tieren halt.“


„Super. Ist gebongt. Weitere Ideen?“


„Ich hab‘ da so was über so’n olles Gruselkabinett in Berlin gelesen. Das soll jetzt geschlossen werden.“


„Ja und? Wo ist denn da für ein politisches Nachrichtenmagazin die Relevanz? Wo ist der journalistische Mehrwert? Den erkenn‘ ich wirklich nicht!“


„Relevanz hat das keine. Aber man kann den Bericht total super mit so grafischen Elementen aufpeppen.  Zum Beispiel die Augen leuchten lassen, wenn die Gruselkabinettsmitarbeiter was sagen und so…Ihr wisst schon: So wie die das bei DSDS auch immer machen. Darauf stehen die Jugendlichen total. Dann schalten die auch nicht ab.“

So sieht er aus, der seriöse SPIEGEL-Journalismus (Screenshot: www.spiegeltv.de) So sieht er aus, der seriöse SPIEGEL-Journalismus (Screenshot: www.spiegeltv.de)

„Du meinst, so wie wir das schon mal beim großen Allgemeinwissensquiz mit dem Kerner bei den Strassenumfragen von dem alten Sabbelkopp Olf Oswold gemacht haben?“

„Ja. Genau. Aber natürlich ein bisschen subtiler. Ihr wisst ja,  „politisches Nachrichtenmagazin“ und so…“


„Äh…Meint ihr nicht, dass wir dadurch massiv an journalistischer Glaubwürdigkeit verlieren?“


„Glaubwürdigkeit? Welche Glaubwürdigkeit? Wir laufen doch bei RTL.“


„Haste auch wieder Recht….“

 

 

(Den ganzen Bericht über das von der Schließung bedrohte Berliner Gruselkabinett gibt's übrigens auch hier).

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Fr

13

Jan

2012

Potzblitz...

Screenshot: Unser Star für Bau (ProSieben) Screenshot: Unser Star für Bau (ProSieben)

 

...Namen gibt's. Unglaublich, aber...(leider) auch nicht wahr.

Der gute Fritz ist leider nur ein Fake, der lediglich als Platzhalter für die Generalprobe der gestrigen Show gedacht war, aber in der Hektik der Livesendung dann nicht mehr gegen den echten Gewinnernamen ausgetauscht wurde, wie Stefan Raab in seiner im Anschluss ausgestrahlten TV total-Sendung zugeben musste.

Schade eigentlich...

 

Alles zur Premierenshow der 2012er-Variante der erfolgreichen Castingshow, die mit einer spektakulären Neuerung aufwarten konnte, gibt's natürlich hier.

 

 

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Do

22

Dez

2011

Pleite Christmas

Die Flimmerkiste wünscht allen Lesern dieses kleinen Blogs ein frohes Weihnachtsfest. Feiert schön, ihr Zwei :-)

 

Als Festtagsschmankerl für Euch hier die gesammelten Werke der "heute show-last christmas-singers" im Video. Dieser Chor zeigt, wie man trotz (oder gerade wegen) Bankenkrise, FDP-Desaster und Polit-Peinlichkeiten besinnlich in die Festtge starten kann.

Also dann: Zündet ein Kerzlein an und lauschet....

 

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So

04

Dez

2011

Topp, der Thommy geht

Jetzt ist es wohl endgültig: Der letzte Show-Dinosaurier, der es geschafft hat, mehrere Generationen mit seiner Art von Unterhaltung vor den Fernseher zu locken und über mehr als zwei Jahrzehnte Bestens zu unterhalten, verlässt die (große) Show-Bühne. Zurück bleiben die Bohlens, Klums und Pochers

 

 

Eine Ära geht zu End: T. Gottschalk verabschiedet sich (diesmal für immerr) von der "Wetten, dass...?"- Bühne.

 

 

 

Es war im Verhältnis zu den letzten Stationen seiner „Abschiedstournee“ ein fast intimer Rückzug aus der Mega-Show, den der 61-jährige Entertainer vor mehr als 14 Millionen TV-Zuschauern mit einer Spitzenquote und einem mehr als deutlichen Sieg über das parallel ausgestrahlte RTL-Supertalent feierte:

Ein Best Of-Zusammenschnitt, Standing Ovations und ein pryotechnischer Schriftzug aus den Lettern D-A-N-K-E  T-H-O-M-A-S waren tatsächlich fast die einzigen Anzeichen dafür, dass das gestern Abend die letzte Ausgabe von Europas erfolgreichster Fernsehsendung war, die den Entertainer wohl genauso geprägt hat, wie er sie. Nicht auszuschliessen, dass sich Gottschalk selbst das genau so gewünscht hat. Als der seine Abschiedsworte an das Eurovisions-Fernsehpublikum richtete, war der nämlich auch ohne das übliche gefühlsduselige Brimborium, was man zu so einem Anlass hätte veranstalten können, mächtig gerührt.


Und jetzt? Wie geht es weiter? Nein, nicht mit Wetten, dass…?. Viel interessanter ist doch, was nun aus Thomas Gottschalk wird. Wir wissen nur: am 17.12. wird er für das ZDF mit der BILD-Gala Ein Herz für Kinder seine letzte große Samstagabe-Show moderieren, ab Januar gibt’s dann Gottschalk live in der ARD.


Und da ist alles anders, als in seinen bisherigen Shows: Die neue Sendung wird (bis auf freitags) werktäglich ausgestrahlt und es wird ersten Planungen zur Folge wohl kein Studio-Publikum geben, sondern Talks mit ausgewählten Gästen, die das Tagesgeschehen auf unterhaltsame Weise mitbestimmt haben und bunten Meldungen, die im ARD-Infoflaggschiff Tagesschau keinen Platz gefunden haben.

Nebenher will er seine Zuschauer mittles diverser Online-Medien in die Sendung einbinden. Mit andern Worten: Man beraubt Gottschalk aller Möglichkeiten, seine Kernkompetenzen zeigen zu können. Denn gerade im Zusammenspiel mit seinem Showpublikum läuft er doch gerade zur Höchtsform auf. Nicht ohne Grund sagen viele Live-Zuschauer der Wett-Show, dass das Warm Up vor der Sendung, dass stets von Gottschalk persönlich durchgeführt worden ist, oftmals das Unterhaltsamste an der ganzen Show war. Die TV-Zuschauer konnten sich gestern sogar selbst davon überzeugen, als das ZDF in seinem Countdown die Einheizversuche des Moderators erstmals live übertrug.

Das Fehlen eines Hallenpublikum bedeutet gleichermaßen auch, dass Gottschalk wohl schwerlich Musik-Acts in seiner Sendung live präsentieren kann. Aber hat ihm (und dann nicht zuletzt auch dem Publikum) genau diesese Element seiner Shows sichtlich die größte Freude bereitet? Wie viele Male konnten die Zuschauer den Glanz in seinen Augen sehen, wenn er zum wiederholten Male die alten Recken von Status Quo ankündigte?

Bleibt also bei 35 Minuten brutto (inkl. Wetter im Ersten) lediglich ein paar Minuten Zeit, um mit wie auch immer gearteten Gästen die Themen des Tages per Talk zu beackern. Gerade in dieser Disziplin, die, wie sowohl er selbst, als auch die Kritiker und Fernsehzuschauer immer wieder feststellen mussten, ganz sicher nicht zu seinen Stärken gehört, soll der Star-Moderator jetzt im Haifischbecken ARD-Vorabend bestehen und ausgerechnet in dem Zeitraum, in der die ARD darauf angewiesen ist, Quote zu erzielen um entsprechend Werbung verkaufen zu können, eine völlig neuartige Sendung etablieren, die die Sehgewohnheiten des Publikums auf den Kopf stellen wird und deshalb vermutlich einen sehr langen Atem seitens der Senderchefs erfordert, bis sie sich endgültig auch in Spotbuchungen „auszahlt“? Auch wenn es ihm zu gönnen wäre, ist es schwer vorstellbar, dass dieses Unterfangen tatsächlich gelingt.

Umso schwerer wiegt deshalb der Verlust des letzten großen klassichen Familien-Entertainers der Samstagabend-Unterhaltung. Denn soviel ist sicher: zumindest im Rahmen von Wetten, dass…? ist für Gottschalk nach dieser bombastischen und fast ein Jahr währenden Abschiedsstaffel ein Comeback, wie seinerzeit nach Wolfgang Lippert, ohne eine massive Rufbeschädigung wohl ausgeschlossen. Und außerdem: Wie sollte denn dann eine letzte Show zum dritten Abschiedsanlauf sagen wir mal im Jahre 2022 wohl aussehen? Wer wird ihm dann noch glauben, dass er nun „jetzt aber endgültig“ seinen Hut nimmt? Nein. Das Thema Wetten, dass..? ist für Gottschalk seit gestern ein für alle Mal Geschichte. Und damit auch eine Ära im deutschen TV. Denn egal, wie es mit der Sendung auch weitergeht: Europas größte Fernsehshow wird nie wieder so sein, wie in der Gottschalk-Zeit. Und auch er selbst wird vielleicht nie wieder so eine Bühne erhalten, nie wieder den Stellenwert in der deutschen TV-Unterhaltung, den er mit dem ZDF-Erfolgsformat zweifelsohne innehatte. Die Beiden waren halt ein Dream-Team. Jetzt gehen sie zum zweiten Mal getrennte Wege. Wege, die für sie im Mittelmaß enden könnten. Uns bleibt nur zu hoffen, dass es trotz all dieser Befürchtungen nicht so kommt.


Es wäre schade um dieses warmherzige Format, dass wie kein Zweites die kleinen Leute und ihre besonderen, manchmal abseitigen, Fähigkeiten in den Mittelpunkt stellte. Das sich vor ihrem Können verneigte und nicht lachend über sie erhob, wie es die RTL-Freakshows zur Zeit tun und mit Häme und Spott für ihre Kandidaten zu Quotenrennern der neuen TV-Generation wurden.

Und es wäre nicht zuletzt auch äußerst traurig für den Mann, der als einer der letzten Anständigen genau diese Tugend immer zur Maxime seiner Art zu unterhalten erhob; der wie kaum ein anderer stets darum bemüht war, lediglich sich selbst zum Deppen zu machen, damit seine Kandidaten neben ihm gut aussahen und sowhol psychisch, als auch physisch unbeschadet die Show wieder verließen und der, als durch den schrecklichen Unfall von Samuel Koch vor fast genau einem Jahr genau dieses, sein oberstes Prinzip, ins Wanken geriet daraus die für die deutsche TV-Landschaft schmerzliche Konsequenz zog und zurücktrat:  Thomas Gottschalk.


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Do

10

Nov

2011

Burda-Bambi macht Böcke zu Gärtnern

Nachdem vor ein paar Jahren bereits der bekennende Scientologe Tom Cruise einen Ehren-Bambi für Courage entgegennehmen durfte, hat man sich für 2011 'nen richtigen Knaller einfallen lassen. Den Bambi für Integration erhält...na klar...wem kommt der Name nicht als Erstes in den Sinn: Bushido!

Ja genau. DER Bushido...der Rapper halt. Der, der sich durch Textzeilen wie:

 

"Wer macht Stress? Kommt mit auf's Mädchenklo.
Ihr wollt Romantik? Ich ficke mit der Faust!
Ich mag es wenn du weinst. Komm Nutte bounce.
Spar dir deine Blumen, hoch mit dem Rock.
Komm in mein Bezirk. Ich jag' dich um den Block.
Du bist eine Schwuchtel, wie Dreck auf dem Boden"

(aus "Pussy" mit FLER)

 

nachhaltig für die Rechte von Frauen und Homosexuellen stark macht. Na, wenn der es nicht verdient hat, heute abend mit einem besondern Bambi ausgezeichnet zu werden, weil er halt gerade mal günstig vor einem Mikrofon stand und in einem lichten Moment erklärt hat, dass als Ausländer eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben in Deutschland nur dann möglich ist, wenn man auch die Landessprache einigermaßen beherrscht, wer denn dann bitteschön sonst?

 

Die Flimmerkiste hat deshalb schon mal ein paar Vorschläge für's nächste Jahr:

 

- Bambi als erfolgreichster Jungunternehmer: FRANJO POOTH

 

- Bambi für die erfolgreichste Diät des Jahres : REINER CALMUND

 

- Bambi für Nachwuchsförderung: LOTHAR MATTHÄUS

 

- Bambi für seinen Einsatz für die Frauenbewegung: SILVIO BERLUSCONI

 

....

 

Bitte, Herr Burda, keine falsche Bescheidenheit. Bedienen Sie sich!


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Sa

01

Okt

2011

Lohnenswerter Link

FAZ-Fernsehblogger Peer Schader zeichnet hier ein recht düsteres Bild der Fernsehunterhaltung der Zukunft, wenn sich der (vor allem in den Castingshows von RTL und ProSieben um sich greifende) Trend zu "Superlativisierung" weiter Bahn bricht und TV-Shows nur noch als eine grelle, die Realität simplifizierende Achterbahnfahrt aus emotionalen Höhe- und Tiepunkten funktionieren und Zwischentöne völlig ausblenden.

Bitte unbedingt lesen!

Quote mit Trash und Drama: Das Supertalent bei RTL Quote mit Trash und Drama: Das Supertalent bei RTL

                                                                                         (c) RTL / Stefan Gregorowius)

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Fr

09

Sep

2011

Hallo?!

Allen, die immer sagen, TV total habe seine besten Zeiten hinter sich, seit es vier Mal wöchentlich läuft. Manchmal gibt es sie noch, diese Anarcho-Momente von Raab, die die ersten Jahre prägten und die Show damals so unterhaltsam machten. Am letzten Dienstag war es mal wieder so weit:

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Fr

02

Sep

2011

Sommerloch geschlossen...

Na Gott sei Dank... (Quelle: BILD Online) Na Gott sei Dank... (Quelle: BILD Online)

...ab dem kommenden Montag (05.09.2011) beginnt die neue TV-Saison!

 


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Fr

26

Aug

2011

Mitmischen im Fernseh-Labor

Moderieren die TVLab-Shows: Klaas und Joko. (Foto: ZDF) Moderieren die TVLab-Shows: Klaas und Joko. (Foto: ZDF)

Ab morgen macht der junge Mainzer Sender ZDFneo das möglich, was sich jeder Fernsehzuschauer schon lange wünscht: Einmal mitentscheiden über das, was die Programmverantwortlichen uns da tagtäglich um die Ohren hauen. 

Der Sender hat zum Start der neuen TV-Saison zehn innovative Programm-Piloten in Auftrag gegeben. Von Krimi-Serie über Personality-Show bis zur Doku oder einem etwas anderen Reisemagazin sowie einer Puppen-Comedy ist hier so ziemlich jedes Genre vertreten. Ab morgen laufen die einzelnen Formate dann auf ZDFneo und sind daneben ab Erstausstrahlung eine Woche lang in der ZDFmediathek abrufbar. Wer sich auf der TVLab-Seite registriert, kann die bereits gesendeten Piloten online bewerten. In der großen Final-Show am 03.09.2011 wird dann das Gewinner-Format des Zuschauervotings bekanntgegeben, welches daraufhin in Serie gehen darf. Ein Überblick über die einzelnen Sendungen mit kurzen Trailern und genauer Inhaltsbeschreibung sowie den genauen Ausstrahlungsterminen ist hier zu finden. Moderiert wird das ganze von Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt, die nach dem Aus ihres Erfolgsformats MTV Home im Übrigen neben Pro Sieben ihre neue Heimat ebenfalls bei ZDFneo gefunden haben, wo sie ab Herbst eine entsprechende Nachfolge-Show präsentieren sollen.

 

Wird das Format TVLab bei ZDFneo gut angenommen, hat ZDF-Programmchef Thomas Bellut übrigens bereits angekündigt, diese Art der Marktforschung direkt am Zuschauer auch im Muttersender ZDF durchzuführen.

 

Eine schöne (wenn auch nicht ganz neue) Idee, bei der es lohnt einzuschalten und vor allem: mitzumischen!

 



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Di

23

Aug

2011

Loriot - (m)ein Nachruf

Originalfoto: dpa Originalfoto: dpa

Die zwei Herrn im Bad, Familie Hoppenstedt, der Lottogewinner Erwin Lindemann, der Mann mit der Nudel im Gesicht, die Steinlaus, Wum und Wendelin  - wohl kaum ein anderer deutscher Künstler hat das Genre der humoristischen Unterhaltung mit so vielen Figuren bereichert. Sätze und Satzfragmente wie „Ein Klavier! Ein Klavier!“, „Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen kann“, „Sagen Sie jetzt nichts, Hildegard“ oder das von Mutter Hoppenstedt als Antwort auf die Frage, warum sie sich denn um ein Jodeldiplom bemühe ausgerufene „Dann hab' ich wirklich was Eigenes!“ haben längst als geflügelte Worte in die Alltagssprache Einzug gehalten.


Und auch durch meine Kindheit und Jungend hat mich der feine Humor dieses Gentleman der Satire immer begleitet. Sei es in den diversen Sketchen aus seinem Repertoire, die bei so manchem Schulfest zur Aufführung gelangten; der brillianten kleinen Episode vom Herrn im Restaurant, dem der Genuss seiner Kalbshaxe Florida immer wieder durch die freundlich-penetrante Nachfrage von Kellner und Gästen ob es ihm denn auch „schmecke“ vergällt wurde, die wir im Deutschunterricht einer genauen Analyse unterzogen oder aber dem wunderbar-makaberen (unerwartet) blutigen Gedicht Advent, dass mir schon bei so mancher Weihnachtsfeier aus der Patsche geholfen hat, wenn es darum ging, dem Anlass entsprechend etwas Besinnliches vortragen zu müssen.


Obwohl ich (Wum und Wendelin und die beiden Erfolgsfilme Ödipussi und Pappa ante Portas mal ausgenommen) mit seinem Werk erst Jahre nach seiner Erstaufführung im TV in Berührung kam, hatte es nichts von seinem präzisen, extrem gut getimten Humor eingebüßt. Kein Anderer war so ein genauer Beobachter deutscher Befindlichkeiten, hat ihre Macken und Marotten so augenzwinkernd karikiert, wie er. Sein Oeuvre ist im besten Sinne zeitlos und doch, dass weiss auch der Künstler selbst, konnte es nur in seiner Zeit so entstehen, wie er es sich vorgestellt hatte: Heute, im schnellebigen TV-Geschäft, hätte sich der bekennende Perfektionist nicht annähernd so verwirklichen können. Was wohl mit ein Grund dafür war, warum er (bis auf kleine Ausnahmen z. B. im Rahmen seiner Geburtstagssendungen) dem TV- und Filmgeschäft schon seit Anfang der neunziger Jahre faktisch und dann ab 2006 offiziell den Rücken gekehrt hat.

 

Aus meiner Erinnerung ist er dennoch nie ganz verschwunden. Überall im Alltag ist er präsent. Noch heute kann ich im Kaufhaus durch keine Bettenabteilung gehen, im Restaurant keine Speisekarte lesen und nicht in Ruhe im Wartezimmer sitzen, ohne unweigerlich an einen seiner Sketche erinnert zu werden.

Und das wird auch in Zukunft so sein. Auch wenn der zeitlebens höfliche und bescheidene Karikaturist, Schauspieler und Regissuer Vicco von Bülow gestern im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Ammerland am Starnberger See an Altersschwäche gestorben ist.

 

Da ja nun gerade wieder Ferienzeit ist, habe ich mir als Erinnerung an den deutschen Großmeister der Komik anstelle der „üblichen Verdächtigen“ den wunderbaren Sketch Gran Paradiso ausgesucht. Hier verschlägt es eine typische deutsche Touri-Familie in eine….nun ja…etwas exotischere Urlaubsregion. Unterlegt ist das Ganze aber mit Originaltexten aus einem Reiseprospekt.


Hier ist alles enthalten, was die subtile Komik Loriots immer ausmachte: die ironische Brechung einer auf den ersten Blick banalen Alltagssituation, die kleinen sprachlichen Running-Gags (die man damals noch überhaupt nicht so nannte) und natürlich die unvergessene Evelyn Hamann:

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So

14

Aug

2011

Hawaiihemd und Hintersinn

Am nächsten Freitag läuft die letzte Folge der Sat 1-Sommershow Ich liebe Deutschland. Und eigentlich wär's auch nicht wirklich schade um den tumben, schwarz-rot-goldenen Kindergeburtstag. Würde das Ganze nicht von einem Mann moderiert, den viele im deutschen TV der letzten Jahre schmerzlich vermisst haben: Jürgen von der Lippe. Anscheinend sogar so viele, dass sie der Premierenausgabe des Formates einen der erfolgreichsten Sat 1-Neustarts dieser TV-Sasion beschert haben. Allerdings nur um die Show dann in Woche zwei wieder ins tiefe Quotental fallen zu lassen.  An von der Lippe selbst kann es aber nicht gelegen haben. Vielmehr ist das aus Holland importierte Konzept für deutsche Verhältnisse auch nach einer gehörigen Entschärfung einfach noch immer viel zu bunt und zu laut geraten. Der Gastgeber indes präsentiert sich hier gut aufgelegt wie schon lange nicht mehr: Mit großväterlicher ironischer Distanz betrachtet er das Spielgeschehen und wirkt dabei immer so, als ob er nicht wirklich weiss, wie ausgerechnet er in diese Sendung geraten konnte. Unter "Promis" wie Gülcan Kamps, Jimi Blue Ochsenknecht,Oli P. und Georg Hackl wirkt er mitunter intellektuell unterfordert, was ihn dazu veranlasst, wann immer es ihm möglich ist, alles das, was dem Privatfernsehen in den letzten Jahren heilig war, seien es die oft gestelzten Überleitungen in die Werbepausen, das Anpreisen der obligatorische CD zur Sendung oder die Gigantomanie in Bezug auf die zu erspielenden Gewinne, süffisant zu verballhornen:

 

Auf dieser Meta-Ebene und nur mit von der Lippe als Moderator funktioniert diese Ansammlung altbekannter Quiz- und Partyspielchen dann letzten Endes doch noch als recht passable Freitagabend-Unterhaltung, der man eine Fortsetzung über diesen Sommer hinaus durchaus wünschen kann.

Wie wäre es aber erst, wenn man den alten Mann mit dem merkwürdigen Hemdengeschmack endlich mal wieder mit einer Show betrauen würde, bei der man vor dem Fernseher auch das Gefühl hätte, dass sie nicht nur den Kandidaten und den TV- Zuschauern, sondern auch dem Gastgeber wirklich Spaß macht? Und zwar aus sich selbst heraus und nicht nur als Pointen-Vehikel? Eine kleine, einfache aber trotzdem unterhaltsame Familienshow?

Diese Show gab es schon mal. Sie wurde vor fast genau zehn Jahren (am 09.06.2001) eingestellt und hieß: Geld oder Liebe.

 

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Di

09

Aug

2011

So entsteht der Menschenzoo für Vera und Co.

Über die voyeuristischen und menschenverachtenden Quotenhits des TV 2.o hat dieses kleine Blog ja schon öfter berichtet. Und immer wieder fragt man sich dabei unwillkürlich: Wie kommen die Verantwortlichen an all die bemitleidenswerten Menschen, die so bereitwillig im Fernsehen ihr Innerstes nach außen kehren? Wieso machen Leute mit offensichtlichen optischen und intellektuellen Defiziten freiwillig bei diesen pervesen "Sozialpornos" wie Schwiegertochter gesucht oder Verdachtsfälle mit und sich damit für ein paar Euro zum Gespött der ganzen TV-Nation?

 

Ein paar Antworten gibt dieser Artikel aus der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung. Hier packt eine Ex-Mitarbeiterin einer Castingagentur aus, die von Gewissensbissen geplagt ihren Job dort hingeschmissen hat. Absolut lesenswert!

Außer Zynismus nix auf der Pfanne: Vera Int-Veen und ihre Produktionsfirma (Bildquelle: Christoph Assmann / RTL) Außer Zynismus nix auf der Pfanne: Vera Int-Veen und ihre Produktionsfirma (Bildquelle: Christoph Assmann / RTL)
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Fr

15

Jul

2011

Einer geht noch...

Der Kaufrausch der ARD-Intendanten nimmt kein Ende:

Jetzt ist es offiziell. Auch Thomas Gottschalk wird (voraussichtlich ab Januar 2012) im Ersten seinen Dienst tun. Der Showmaster hat heute das Angebot von WDR-Chefin Monika Piel öffentlich angenommen und präsentiert an vier Werktagen in der Woche direkt vor der Tagesschaue eine eigens für ihn konzipierte Entertainment-News-Klatsch-Lifestyle-Sendung.

Jetzt fix: Gottschalk wechselt zur ARD (Foto: ZDF) Jetzt fix: Gottschalk wechselt zur ARD (Foto: ZDF)

Nicht der erste Personal-Coup für die Shopping-Königin des Westdeutschen Rundfunks: Bereits einige Monate zuvor holte sie Matthias Opdenhövel für Sport- und Unterhaltungsaufgaben in den Senderverbund. Und auch der Deal mit Günther Jauch geht auf ihr Konto. Darüber hinaus hat die ARD gerade eben erst Kai Pflaume als neue Familienshow-Allzweckwaffe in ihre Reihen geholt.

Zu all diesen spektakulären Neuverpflichtungen im Unterhaltungs- und/oder Talkbereich gesellen sich nun noch diese „altgedienten“ ARD-Gesichter, die allesamt schon in der Vergangenheit im Prime Time-Show-Bereicht tätig waren oder für derartige Aufgaben zur Verfügung stünden:


-        Eckhart von Hirschhausen

-        Frank Elstner

-        Sven Lorig

-        Frank Plasberg

-        Ina Müller

-        Reinhold Beckmann

-        Florian Silbereisen

-        Maxi Arlandt

-        Stefan Mross

-        Kurt Krömer

-        Dieter Nuhr

-        Kim Fisher

-        Ranga Yogeshwar


Kaum zu glauben, dass das Erste noch vor gut zehn Jahren ein waschechtes Moderatoren-Problem hatte, was dazu führte das Jörg Pilawa dort zur Allzweckwaffe mutieren konnte, die sämtliche Familienshows im Alleingang wegmoderierte und mit diesem quantitativen „Erfolg“ im Rücken nun beim ZDF anheuerte.

 

Apropos, ZDF:

Das steht nach dem Abgang Gottschalks und Kerners nun endgültig ohne Star-Moderatoren da. Wollte man also eine ähnliche Liste für die Mainzer anfertigen, stiesse man nach längerem Nachdenken wohl nur auf folgende Namen:


- Markus Lanz

- Carmen Nebel

- Andrea Kiewel


Und….äh…..und….nun ja…. Jörg Pilawa

 

Wie sich doch (TV-)Geschichte wiederholen kann:

Sollte das ZDF und Kerkeling den Wetten, dass…?-Deal nicht bald perfekt machen, steht uns im Zweiten das Comeback der immer gut gegelten und gelaunten Familienshow-Allzweckwaffe bevor

Und deshalb: Komm, Hape. Gib Dir schnell 'nen Ruck.

Die deutschen TV-Zuschauer werden es Dir danken.

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Fr

17

Jun

2011

Jetzt übertreibt BILD es aber

Das BILD und Stefan Raab in diesem Leben keine Freunde mehr werden, dürfte mitlerweile klar sein. Aber jetzt nimmt das Bashing von Seiten des Boulevard-Blattes doch merkwürdige Züge an:

Wenn man den Artikel anklickt, um weiterzulesen, relativiert sich das Ganze dann natürlich wieder etwas:

Nachtrag (18.06.2011, 01:56):

 

Mittlerweile wurde der Fehler berechtigt.

War bestimmt nur ein Versehen, liebe BILD-Zeitung, nicht wahr?

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Di

14

Jun

2011

Bitte umschalten!

Mitte der Neunziger, lange bevor es Sendungen wie TV total oder Kalkofes Mattscheibe überhaupt gab, zeigte der Sky-Vorläufer Premiere als eine der ersten Sendungen des noch jungen Pay-TV-Anbieters jeden Abend sein TV-Schnipsel-Format Zapping. Die meist nicht länger als drei Minuten dauernde Clip-Show war ein Konzentrat der lustigsten, spektakulärsten, dramatischsten und überraschendsten TV-Momente der vergangenen Tage und im Gegensatz zu den eingangs erwähnten Nachfolgern vollkommen unkommentiert. Man konnte schauen, staunen und selbst entscheiden, ob man das was einem das deutsche Fernsehen da bot nun eher zum Lachen oder zum Weinen finden sollte. Wer Zapping sah, war außerdem auf der sicheren Seite und konnte mitreden, wann immer jemand im Büro oder Freundeskreis fragte „Hast Du das neulich gesehen?“.

Und da es mittlerweile mehr Kanäle, aber definitiv nicht mehr gutes Programm als damals gibt, ist es schön, das Zapping jetzt wieder da ist: Sky hat sich nämlich entschlossen, sein TV-Kaleidoskop zu reaktivieren. Seit einer guten Woche kann man die Mini-Show wieder täglich um 20:10 Uhr sehen. Diesmal jedoch nur auf Sky Cinema/HD und (im Gegensatz zu früher) verschlüsselt.

Und auch im Internet, wo Sky die einzelnen Folgen zum Abruf bereithält, gibt’s für Nicht-Abonnenten nur sporadisch ein paar Highlights und nicht die tägliche Dosis TV-Wahnsinn.

Schade eigentlich. Deshalb ist es umso schöner, dass - YouTube und Co. sei Dank - immer mal wieder ein netter Zeitgenosse einen Kanal mit den täglichen Mitschnitten eröffnet, so dass auch Nicht-Kunden des Bezahlfernsehsenders in den Genuss der TV-Wundertüte kommen können.

Die Sky-Leute sind zwar anscheinend mit Löschanträgen an den Provider recht schnell bei der Hand, aber genauso fix gibt’s wieder an anderer Stelle Nachschub, so dass es für alle TV-Junkies jetzt wieder heißt: Bitte umschalten!

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So

29

Mai

2011

Na sowas! Gottschalk flirtet mit der ARD

Der Thommy in den 80er vor dem "Na sowas"-Logo (Bild: ZDF) Der Thommy in den 80er vor dem "Na sowas"-Logo (Bild: ZDF)

Ob er wohl sauer ist, dass das ZDF in seinem brandneuen Digitalableger ZDF.kultur seine Jugendsünden aus den 80ern wiederholt? Laut neusten Spiegel-Berichten soll Gottschalk nun auch mit der ARD über neue TV-Projekte in Verhandlungen stehen.

 

Egal. Der Verfasser dieses Blogs freut sich auf jeden Fall auf eine vergnügliche Zeitreise in seine TV-Kindheit und gibt mal ausnahmsweise direkt hier den Glotzbefehl für die Show aus, die eine klassische "Wundertüte" aus Star-Intervies, Gesangsauftritten, ernsten und absurden Themen aus sämtlichen Bereichen des Lebens ist. Zum Schluß wird des öftern sogar gekocht. Im Grunde ein Prototyp für das, was heute als stern tv, TV total und Co. über die Mattscheibe flimmert.

 

Wer ebenfalls in Erinnerungen schwelgen will: Die besten Na sowas!-Shows der Jahre 1982-1987 sind nun direkt nach dem Tatort um 21:45 Uhr auf ZDF.kultur zu sehen.

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Di

24

Mai

2011

Pisa, Pietro und ein öffentlich-rechtliches Armutszeugnis

P. Lombardi: Von N-Joy vorgeführt  (Bild: Patrick Hoffmann, WENN.com) P. Lombardi: Von N-Joy vorgeführt (Bild: Patrick Hoffmann, WENN.com)

Wenn RTL es schon nicht schafft, DSDS-Sieger Pietro Lombardi (laut Bohlen ja bekanntermaßen der „Depp mit der Käpp“) in der Öffentlichkeit komplett lächerlich zu machen, dann helfen die Kollegen der ARD-Jugendwelle N-Joy gerne nach.

 

In einer Sonderausgabe der „Radio-Comedy“ Pisa-Polizei wird diesmal anstelle von ganz normalen Jugendlichen mit besagtem Lombardi ein Promi vorgeführt, der der feixenden Reporterin Anne „Sgt.“ Onken recht banale Fragen a la „Was bedeutet die Abkürzung SPD“ beantworten darf und dabei erwartbar keine besonders gute Figur macht. Am Ende gibt’s dafür ne „4-“ von ihr und den Spott von Millionen N-Joy-Hörern gratis dazu.

 

Die Masche ist natürlich ein alter Hut: Bereits seit Jahren veranstaltete Stefan Raab in schöner Regelmäßigkeit diese Art von Tests, die sich „Erstwählercheck“ oder „Integrationscheck“ nennen, innerhalb von kleinen Einspielfilmen in seiner Sendung TV total: so weit, so unlustig.


Weil das Ganze sowohl in der Produktion, als auch im Wortsinne so schön billig ist, springt auch das junge NDR-Programm mit der Pisa-Polizei auf diesen Zug auf, deren Beiträge im Grunde, genau wie all der andere Reality-Schund, den Sender wie RTL und Konsorten zur Zeit ins Programm kippen nur dazu dienen, beim Zuhörer ein Gefühl der Fremdscham und Überlegenheit zu erzeugen, ohne das Unterhaltung wohl zur Zeit nicht mehr zu funktionieren scheint. Ist doch auch schön, wenn selbst der größte Depp vor dem Radio mit dem Finger auf die im Beitrag Bloßgestellten zeigen kann, weil er zumindest einige der Fragen selbst richtig beantworten kann. Mag sich das Ganze bei den normalen Schülerinterviews, die sonst in dieser Reihe geführt werden noch versenden, da niemand die Protagonisten kennt und diese (so zurückhaltend ist man dann doch noch) namentlich nicht genannt werden, ist die Fallhöhe bei einem Promi wie Lombardi (gerade vor dem Hintergrund seiner „Rolle“ bei DSDS) naturgemäß ander zu bemessen.

A. Onken: Peinliche Pisa-Polizistin  (Foto: NDR) A. Onken: Peinliche Pisa-Polizistin (Foto: NDR)

Aber was soll’s? Da klatschen sie bei N-Joy lieber begeistert in die Hände und beglückwünschen sich zu diesem unglaublichen Coup. Ist aber auch wirklich ganz doll lustig: 'nem Hauptschulabbrecher Fragen zu stellen, denen er offensichtlich in keinster Weise gewachsen ist und sich diebisch drüber zu freuen, wenn er sie falsch beantwortet. Ist das der öffentlich-rechtliche Programmauftrag? Behandelt man so beim NDR tatsächlich einen Studio“gast“? Oder wäre es nicht vielleicht auch eine Option gewesen, MIT dem Sänger, anstatt nur ÜBER ihn zu lachen und ihn z. B. vielleicht mal in ganz anderer Art und Weise in einen Comedybeitrag einzubinden? Warum ihn nicht total gegen sein Image mal als Cleverle besetzen und ihm die eine oder andere Pointe gönnen, die ihn intellektuell glänzen lässt? Hätte natürlich ein bisschen mehr Kreativität erfordert, als das bloße Abspulen eines angestaubten Konzepts. Traurig, das man diese Anforderungen an den öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Jahr 2011 wohl nicht mehr stellen darf.


Vor jeder Gebührenerhöhung überbieten sich die Verantwortlichen bei ARD und ZDF mit Argumenten für den Erhalt und die Stärkung des öffentlich-rechtlichen Systems und lassen keine Gelegenheit aus, das Programm der privaten Mitbewerber ob seiner Flachheit und Geschmacklosigkeit zu geißeln.

Dieses Argument ist in Zukunft dann wohl hinfällig. Denn wenn’s um Quote geht, dürfen auch bei den ARD-Jugendwellen Moral und Anstand mittlerweile ruhig klein geschrieben werden. Hauptsache, keiner schaltet ab und alle haben gelacht!

 

Jetzt schäm‘ ich mich fremd – und zwar für den NDR.

 

 

 

 

 

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Di

17

Mai

2011

Werder statt Wetten

Fein für die ARD-Prime: Neuzugang M. Opdenhövel (Bildquelle: WENN) Fein für die ARD-Prime: Neuzugang M. Opdenhövel (Bildquelle: WENN)

Wie man sich doch täuschen kann…

Da hatte ich vor ein paar Monaten Matthias Opdenhövel noch als legitimen Gottschalk-Nachfolger bei Wetten, dass…? gesehen. Und jetzt kommt alles doch ganz anders:

 

Nicht das ZDF, nein, die gute alte Tante ARD hat sich den Pro Sieben-Moderator und Raab-Kumpel geschnappt: Bereits ab Juli diesen Jahres soll Opdenhövel neben Reinhold Beckmann und Gerhard Delling den Klassiker unter den Fußballsendungen moderieren: die Sportschau.

Dort soll er die noch immer nicht wieder gänzlich genesene Monica Lierhaus ersetzen. Darüber hinaus erhält er ab 2012 noch eine neue, auf ihn zugeschnittene Prime-Time-Show im Ersten. Das Opdenhövel dieses Angebot, mit dem sich für ihn ein Kindheitstraum erfüllt, wohl kaum ausschlagen kann, wusste auch Raab, der die Offerte als die „berufliche Chance des Lebens“ für seinen Freund begreift und diesen nun schweren Herzens mit den Worten „Viel Glück, Matthias. Ich bin bei jeder Sportschau dabei.“ ziehen lässt.

 

Wahrscheinlich wohl wissend, dass die beruflichen Wege der Beiden sich nun nicht zwingend für immer trennen müssen:

Raab hat ja gerade am Wochenende erneut bewiesen, wie ÖR-Kompatibel er und sein Team sind, als er zusammen mit dem NDR und der Firma Brainpool, an der er nicht unwesentlich beteiligt ist, den Eurovision Song Contest entstaubte und damit Europa staunen ließ.

Warum sollte die ARD nach Opdenhövel nicht auch noch erneut das Raab‘sche Know-How einkaufen? Gut möglich, dass die neue Show des ARD-Neuzugangs dann eine von Brainpool (und somit von Raab) produzierte sein wird.

Nachfolger Gätjen (Foto: Vanity Pictures) Nachfolger Gätjen (Foto: Vanity Pictures)

Und wie geht es jetzt mit Schlag den Raab (und wahrscheinlich auch den anderen Raab-Großevents wie Wok-WM, Turmspringen etc.) weiter?

Dafür ist nun das Pro Sieben-Gewächs Steven Gätjen vorgesehen. Der hat durchaus Erfahrung mit der Moderation größerer Live-Events, steht er doch u. a. alljährlich für seinen Sender am roten Oscar-Teppich um dort die Stars zu interviewen.

Schaut man sich allerdings die letzte Moderationsleistung an, mit der er in Erscheinung getreten ist, darf man durchaus skeptisch sein: Er war vor genau einer Woche Co-Kommentator des 1. Semi-Finales beim Eurovision Song Contest und neben Urgestein Peter Urban mit seinen anzüglich-peinlichen Sprüchen so unglaublich fehl am Platz, wie kaum ein Zweiter an diesem Abend.

Da konnte man schnell auf den Gedanken kommen, den minutenlangen pannenbedingten Tonausfall für einen Segen zu halten. Hoffen wir, dass er in seiner Schlag den Raab-Premiere am 04. Juni eine bessere Figur macht. Das diese Show neben ihrem Protagonisten nun mal auch sehr stark von ihrem Moderator lebt, hat man ja an seinem Vorgänger und dessen kometenhaftem Aufstieg ins öffentlich-rechtliche Hauptabendprogramm gesehen…

 

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Fr

22

Apr

2011

Ehring währt am längsten...

...hatte sich die Redaktion der mit wachsendem Erfolg im ZDF laufenden heute show wohl gedacht. Und doch hat sie jetzt wohl einen ihrer markantesten Köpfe an die NDR-Satirekonkurrenz extra 3 verloren: wie DWDL am Montag meldete, wird der in Düsseldorf lebende Kabarettist Christian Ehring, dem der heutige Blogeintrag seine (zugegebenermaßen etwas holprige Überschrift) zu verdanken hat, ab August die Nachfolge von Tobias Schlegl als Moderator des altgedienten Satire-Magazins extra 3 antreten. Das er darüber hinaus auch noch regelmäßiger Bestandteil des Ensembles der ebenfalls wöchentlich laufenden ZDF-Show mit Oliver Welke sein wird, ist daher (auch wenn noch nicht offiziell bestätigt) mehr als unwahrscheinlich.

Für die Mainzer ist das schade, für den NDR-Klassiker ist der Neuzugang jedoch durchaus ein Gewinn. Leidet das altgediente Satiremagazin doch spätestens seit der letzten Studio-Renovierung und der damit verbundenen Entscheidung der Verantwortlichen, künftig vor Publikum zu produzieren an erschreckender Ideenlosigkeit: Man hat beim Zusehen in letzter Zeit vermehrt den Eindruck, dass aktuelle politische Themen lediglich in bewährte Schablonen gepresst werden. Darunter leidet der Witz bisweilen spürbar, denn es ist einfach nicht mehr wirklich komisch, wenn zu jedem x-beliebigen Thema Ausschnitte aus Hollyood-Spielfilmen gezeigt und den Protagonisten Politiker-O-Töne in den Mund gelegt werden oder wenn „Society-Reporterin Jasmin“ eines dieser witzigen Interviews führt, bei dem die von ihr gestellten Fragen mit echten Statements unserer Volksvertreter zu einer vermeintlich komischen Collage zusammengeschnippelt werden, wie es seit den seligen 80ern (etwa in Rudi Carrells Tagesshow) zum humoristischen Standard-Repertoire gehört. Dazu kommt, dass Tobias Schlegls Interaktion mit dem Publikum irgendwie nie so ganz rund läuft und man sich wirklich fragt, wozu es denn auch bei den knapp bemessenen 30 Minuten Sendezeit eigentlich überhaupt notwendig ist, beispielsweise einen Zuschauer als sogenannten "extra 3-Waldmeister“ eben gesehene Beiträge bewerten zu lassen. Würde man sich derartiges in Zukunft schenken, bliebe der jungen Redaktion wieder mehr Zeit, sich auf das Wesentliche, die Inhalte, zu konzentrieren. Gut möglich, dass man diesen Schritt mit Ehring demnächst wieder gehen wird. Und sollte es bei der Aufzeichnung vor Publikum bleiben, kann der Neue von seine jahrelange Erfahrung als Leiter des Düssseldorfer Köm(m)ödchens, das schon so bekannte TV-Größen Harald Schmidt hervorgebracht hat, profitieren und diese Parts pointierter und unterhaltsamer und auf eine ältere Kernzielgruppe zugeschnitten gestalten und präsentieren.

So oder so: Der Sendung wird ein profilierter Kopf gut tun. Und Schlegl? Der hat zweifelsohne seine Qualitäten. Und die kann er auch weiterhin auf gewohntem Terrain ausspielen. Für seine Königsdisziplin, die regelmäßig stattfindenden Außenaktionen, will er dem Magazin nämlich erhalten bleiben.

 

Der NDR-Neuzugang selbst äußert sich zu seiner neuen Aufgabe jedenfalls schon mal gleichsam erfurchtsvoll wie selbstbewusst:

"Ich habe ein Faible für Institutionen mit Tradition. Erst Kom(m)ödchen, jetzt extra 3. Gut möglich, dass ich demnächst noch die SPD übernehme."

 

Wer sich ein Bild von Ehrings bisherigen Karrierestationen machen möchte, kann das im Übrigen im Folgenden tun:

Ehring beim Kom(m)ödchen: Ausschnitt aus dem zweiten von ihm mitverantworteten Programm "SUSHI - Ein Requiem"...

... solo bei den WDR-Mitternachtsspitzen...

...und als Reporterkollege von Oliver Welke bei der heute-show.

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Mi

30

Mär

2011

Hilfe, mein Sender hat ADS!

Sie müssen eine unglaubliche Panik haben, die großen deutschen Privatsender.

Eine permanente Angst davor, dass der Zuschauer immer dann, wenn auf der Mattscheibe gerade nichts Spektakuläres passiert zur Fernbedienung greift und das wohl Schlimmste tut, was dem werbefinanzierten Fernsehen passieren kann: Umschalten.

Anders ist es nicht zu erklären, dass sich das deutsche TV zumindest im Non-Fiction-Bereich zur Zeit gebärdet wie ein Kind mit ADS: Permanent giert es nach unserer Aufmerksamkeit und weist uns immer wieder darauf hin, wie großartig das doch ist, was wir da gerade sehen. - "Larger Than Life" statt nur "normal".

Da wo es eigentlich echt und unverfälscht zugehen sollte, wird jede Bildschirmaktion durch überlagernde Sound- und Animationseffektel dramatisch zugespitzt und überbetont, damit auch noch der letzte Zuschauer schon von weitem den Zaunpfahl erkennt, mit dem man hier winken will.


Bei Deutschland sucht den Superstar wird in dieser Beziehung schon seit langem nichts mehr dem Zufall überlassen: Die ach so lustigen Casting-Schnipsel sind mittlerweile halbe Trickfilme, bei denen die offensichtlichen akustischen und optischen Defizite der jungen Möchtegern-Sänger während ihrer Darbietungen gnadenlos ausgeschlachtet und durch ständig plump ins Bild ploppene Animationen ins Unendliche überhöht werden.

 

Dabei muss man gar nicht so weit in die Niederungen des von Harald Schmidt so treffend als "Unterschichtenfernsehen" bezeichneten TV-Trash abgleiten. Denn selbst bei den vergleichsweise harmlosen Help-Formaten wie z. B.  Rach, der Restauranttester bringt es der Kölner Sender fertig, dem TV-Konsumenten die Freude am Zuschauen zu verleiden. Jede handlungsärmere Minute wird hier mit kurzen, meist ungleich lauteren Song-Ausschnitten zugekleistert, die textlich das eben Gesehene aufgreifen um es noch mal stärker zu betonen. Man spricht dem TV-Zuschauer des Jahres 2011 anscheinend allen Ernstes nicht nur die Fähigkeit ab, Situationen selbst interpretieren und einordnen zu können, sondern zweifelt auch daran, dass er sich an das eben gesagte ohne multimedialen Firlefanz nach spätestens 2 Minuten noch erinnern kann (an dieser Stelle sei auf einen sehr lesenswerten Beitrag von Michael Reufsteck in seinem Fernsehlexikon verwiesen).

 

Auch Unterhaltungsshows kommen mittlerweile nicht mehr ohne Dauerbeschallung mit aktuellen Chart-Hits aus. Ganz schlimm treibt es da zur Zeit Sat 1, das bei seinem aktuellen Quotenerfolg Die perfekte Minute in der aktuell laufenden zweiten Staffel nach jeder absolvierten Aufgabe Partyhits wie I gotta Feeling von den Black Eyed Peas einspielen lässt, während Kandidaten, Moderatorin und Publikum so aufgekratzt feiern, als wäre Deutschland gerade zum vierten Mal Fußball-Weltmeister geworden. Überhaupt: dieses Klatschen. Frührer nur als Anerkennung für besonders imposante Leistungen sparsam dosiert eingesetzt, hat sich heute eine regelrechte „Applausomanie“  im Privat-TV Bahn gebrochen. Ganz extrem wird das bei Typisch Frau – Typisch Mann zelebriert. Die von Jauchs i & U verantwortete vorproduzierte und merklich zusammengeschnittene Sendung kommt in keiner Sekunde ohne Musik oder frenetisch Beifall spendendes Publikum aus. Nach jeder flapsigen Bemerkung des Moderators Dieter Nuhr, nach jeder Punktevergabe, ja, man möchte fast meinen, nach jedem Halbsatz wird gejohlt und applaudiert, als gäb's kein Morgen mehr. Jede Studioaktion wird mit Chart-Mucke unterlegt und ... natürlich ... rhythmisch beklatscht. Das wirkt beim Ansehen fast schon unfreiwillig komisch, bis es dann irgendwann nur noch nervt.

 

Auch bei der Kandidatensuche scheinen die Sender mittlerweile nichts mehr dem Zufall überlassen zu wollen. Nicht auszudenken, wenn da jemand käme, der einfach nur durchschnittlich wäre. Nein. Bei der Perfekten Minute sind die Kandidaten irgendwie immer überdurchschnittlich: überdurchschnittlich lustig, überdurchschnittlich sportlich und (natürlich) überdurchschnittlich schlagfertig.

 

All diese Zutaten sind es, die selbst die wenigen eigentlich sehenswerten, konzeptionell gut durchdachten Sendungen unnötig verkitschen und so am Ende gar ungenießbar machen.

 

Dass diese Entwicklung auch vor wahren Show-Klassikern nicht haltmacht, kann man sehr gut an der aktuellen Staffel von Wer wird Millionär beobachten.

Wo die Kandidaten früher noch, vom Moderator selbst vorgestellt, fröhlich in die Kamera winkten, übernimmt diesen Part heute eine Stimme aus dem Off, die jedem der Teilnehmer der Auswahlrunde ein komplett ausgefallenes Hobby, ein spektakuläres Erlebnis oder einen entsprechenden Tick á la „Klaus H. aus W. Er trägt immer zwei verschiedene Socken“ zuordnet. Schön, dass Jauch das Ganze meist weitestgehend ignoriert. Landet der Kandidat hinterher auf dem Stuhl und rät um die Millionen, kann es durchaus sein, dass das Gespräch mit ihm einen ganz anderen Verlauf nimmt und der Moderator nicht auf das plakative Eingangs-Statement eingeht, sondern sich auf seine Fähigkeit beschränkt, selbst Interessantes aus den Kandidaten herauszukitzeln. Das ist meist spannender und vor allem: authentisch. Und auch sonst verweigert sich das Format bisher erfolgreich den offensichtlichen Anforderungen des kommerziellen Fernsehens. Es ist und bleibt aller Modernisierungsversuche zum Trotz auch nach mehreren hundert Ausgaben spannend genug, um ohne das ganz große Effektfeuerwerk auskommen zu können. Nicht zuletzt deshalb ist Wer wird Millionär wohl auch nach mehr als zehn Jahren noch immer die beliebteste Show im deutschen Privatfernsehen.

 

Aber wahrscheinlich arbeitet man hinter den Kulissen schon fieberhaft daran, dies zu ändern. Spätestens in der übernächsten Staffel wird man auch hier die überdurchschnittlich sportlichen, schlagfertigen und intelligenten Kandidaten zusammen mit dem Publikum johlen hören können, wenn sie eine Frage erfolgreich beantwortet haben, begleitet vom ohrenbetäubend lauten neuen Soundtrack der nach jeder richtig beantworteten Frage erklingt: „You Can Win If You Want“ von Modern Talking.

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So

27

Feb

2011

Schwiegertochter im Spiegel

Tauscht schlechtes Gewissen gegen gute Quote: V. Int-Veen (Foto: RTL) Tauscht schlechtes Gewissen gegen gute Quote: V. Int-Veen (Foto: RTL)
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Fr

25

Feb

2011

Joker Jauch

Rechtzeitig zur neuen 5 gegen Jauch-Staffel mit überarbeitetem Konzept, die heute abend um 20:15 Uhr bei RTL startet, und womöglich eine der letzten Sendunge ist, die noch von Oliver Pocher präsentiert wird, hier zur Einstimmung ein kleines Schmankerl aus dem Web: Günther Jauch in der ungewohnten Position des Telefonjokers für Mirjam Weichselbraun bei der Promi-Ausgabe der Millionenshow (dem Ösi-Pendant von Wer wird Millionär, bei dem der Sieger im Übrigen merkwürdigerweise gar keine Millionen gewinnen kann). Hier wird darüber hinaus sehr schön deutlich, wie groß der Anteil des Moderators am Erfolg einer Show sein kann. Mit Armin Assinger, der seine Moderation irgendwo zwischen Ralf Möller und Andy Borg anlegt, wäre die Show in Deutschland wohl bereits nach der ersten Ausgabe eingestellt worden...

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Mo

14

Feb

2011

Nein! Bitte nicht Pilawa!

Steht angeblich schon in den Startlöchern: J. Pilawa (Foto: dpa) Steht angeblich schon in den Startlöchern: J. Pilawa (Foto: dpa)

Mit einem Paukenschlag hat Thomas Gottschalk die diesjährige Wetten, dass…?-Staffel eröffnet und dem geschockten Publikum zu Beginn der Show am letzten Samstag von seinem weißen Wettsofa aus mitgeteilt, dass er den ZDF-Unterhaltungsdampfer (nicht zuletzt wegen des schweren Unfalls von Wettkandidat Samuel Koch) zum Ende des Jahres verlassen wird. Kurz darauf war dann auch schon die Diskussion über seine Nachfolge entbrannt. Und es fällt dabei immer wieder ein Name: Jörg Pilawa.

 

Für mich keine ernstzunehmende Alternative. Bei der Einfallslosigkeit der heutigen Programmmacher muss man allerdings fast schon mit dieser Entscheidung rechnen.

Pilawa wäre die "Nummer sicher"-Variante: Der tut nix, der will nur spielen.

Der eckt nicht an, regt nicht auf. Er war in der ARD lange Zeit der ideale Kandidat, um so ziemlich jedes Unterhaltungsformat geräuschlos wegzumoderieren, das man ihm anbot. Wer seine Sendungen sieht schaltet unter Garantie nicht wegen ihm ein und schon gar nicht (und das ist noch viel schlimmer) wegen ihm ab. Polarisieren - anders sein als das Mittelmaß - all das, was eine TV-Persönlichkeit ausmacht, geht ihm völlig ab. Man könnte sogar sagen: er hat trotz all der Formate, die er schon beackert hat, eins nie gehabt: ein eigenes Format. Er wirkte in allem, was er bisher tat, stets wie einer von diesen ungeliebten Zeitgenossen, die früher in der Schule  die Hausaufgabe abgeschrieben und dann später im Unterricht stolz als ihre eigenen ausgegeben haben: Mal war er der öffentlich-rechtliche Jauch, mal der ARD-Gottschalk. All seine Aktivitäten vor und hinter den Kulissen orientieren sich an den großen TV-Vorbildern. Jauch macht Quiz – Pilawa macht's ihm nach, Gottschalk gründet eine Produktionsfirma – Pilawa auch, Harald Schmidt macht während seiner Auszeit eine längere Reise – Raten sie mal, wie Pilawa sich die Zeit zwischen den Senderwechseln vertrieben hat…  Jede seiner Aktionen scheint zu signalisieren:  "Ich kann das genauso wie ihr“.  Nie will er anders sein, am wenigsten "er selbst“. Der TV-Jörg Pilawa ist alles Mögliche, nur nicht echt. Sein ganzes Show-Leben ist knallhart kalkuliert. Und wenn man den Medienberichten vom Wochenende Glauben schenken darf, ist selbst die geplante Wetten, dass…?-Nachfolge Gegenstand von Vertragsverhandlungen mit seinem neuen Arbeitgeber gewesen: Er soll sich im Falle der Gottschalk-Abdankung ein Art "Exklusivrecht" auf die Weiterführung der Show gesichert haben. Ins Bild passen würde es. So rational und leidenschaftslos wie er bisher seine Entscheidungen gefällt hat. Und genau deshalb darf er die Traditionssendung nicht übernehmen.

 

Vielmehr sollte diese Aufgabe jemandem zugetragen werden, der sich mit ehrlichem Engagement, Freude und Spaß an der Moderation eine enorme Popularität bei Publikum und Kritikern gleichermaßen erarbeitet hat. Einem, der bei den jungen Zuschauern bliebt ist und die älteren Fernsehzuschauer zumindest nicht abschreckt. Einem „Original“ eben, so wie Gottschalk eines war. Das ZDF wäre deshalb gut beraten, schnellstmöglich zum Telefonhörer zu greifen und die Nummer von Hape Kerkeling zu wählen. Nur so hat Wetten, dass…? noch eine Zukunft.

 

 

Nachtrag (15.02.2011, 18:15 Uhr):

 

Wie schon vor ein paar Monaten hier im Blog angedeutet, kann ich mir auch weiterhin vorstellen, das Matthias Opdenhövel die Moderation des Show-Klassikers übernehmen könnte. Allerdings denke ich, dass er zum jetzigen Zeitpunkt doch eher seinem Chef und Kumpel Stefan Raab und somit der zweiten großen Samstagabendshow treu bleiben wird. Hätte sich Gottschalk seinen Rücktritt noch ein paar Jahre aufgespart, wäre Opti aber wahrscheinlich die zwingendere Lösung.

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Mi

02

Feb

2011

T(itel)v(erteidigung) total

Da hat Stefan Raab die ARD-Vorsitzenden im letzten Jahr ganz schön vor den Kopf gestoßen, als er noch im Siegestaumel auf der Pressekonferenz nach dem langersehnten Grand Prix-Sieg sofort die Titelverteidigung durch Lena für 2011 ausrief. Auch wenn die ARD dieser Tage glauben machen möchte, das wäre alles von vorneherein so geplant gewesen, so kann man sich vorstellen, wie verschnupft man hinter den Kulissen über dieses Vorpreschen von Raab gewesen sein muss. Die dieser Tage von Spiegel kolportierte, von Skepsis geprägte Aussage eines ARD-Programmratsmitgliedes, wonach Lena mittlerweile viel von ihrer natürlichen Ausstrahlung eingebüßt haben soll, spricht hier Bände

Das überwältigende positive Medienecho um das Fräuleinwunder 2010 ist mittlerweile einer Berichterstattung gewichen, die darauf aus ist, am selbst-gehypten Mythos zu kratzen: die schlechten Verkaufszahlen der tatsächlich eher mauen zweiten Single Touch a new day oder die geringen Nachfrage nach Tickets für ihre Deutschland-Tour müssen nun als Beweis dafür herhalten, dass der Stern der quirligen Hannoveranerin langsam verblasst.

Und so hat es die Allianz aus Raab, Pro Sieben und der ARD zur Zeit wahrlich nicht leicht, die Lena-Euphorie ins Jahr 2011 hinüberzuretten. Zugegeben: Es wirkt durchaus verwegen, das im letzten Jahr gerade erst etablierte Konzept der seriösen Newcomerförderung, dass auch in den Feuilletons glänzend aufgenommen wurde, gleich wieder über Bord zu werfen und die Show zu einer reinen "Lena-Event" umzufunktionieren und auf knapp drei Wochen zusammenzukürzen. Schwer vorstellbar, dass das alles wieder so verfängt wie im letzten Jahr; das es erneut gelingt, die TV-Zuschauer wieder in dem Maße hinter sich zu versammeln und auf den zweiten Teil der "nationalen Aufgabe" einzuschwören. Und trotzdem mühten sich der erfolgsverwöhnte Metzger und sein Team bei der Premiere von Unser Star für Deutschland am letzten Montagabend auf Pro Sieben redlich, den Erfolg des Vorjahresformates Unser Star für Oslo  auf dessen kleinen Bruder zu übertragen: Das z. B. neben Lena, die in sechs unterschiedlichen Bühnenoutfits ein recht breites Spektrum von Songs unterschiedlichster Prägung darbot, in kleinen Einspielfilmen und Interviews die Komponisten und Texter der Lieder ausführlich vorgestellt wurden, gefiel. Trotzdem wurde irgendwie aus den Songschreibern kein „Kandidatenersatz“. Den Wettbewerbscharakter, der die Sendung im letzten Jahr spannend machte, vermisst man diesmal schmerzlich. Und man merkt schnell: Diese Show ist noch weniger als das Vorgängerformat vergleichbar mit dieser Art hochemotionalen Ereignisfernsehens das auf anderen Sendern stets ein Millionenpublikum in seinen Bann zieht. Hier gilt vielmehr: Wer kein Lena- oder ausgewiesener Musikfan ist, wird die Sendung wohl von vorneherein mit Missachtung strafen.

Und trotzdem kann das Ganze funktionieren, könnte Raab bei aller im Vorfeld laut gewordenen Skepsis einmal mehr den richtigen Riecher bewiesen haben:

Denn klar ist auch. Wer auch immer in diesem Jahr ein erneutes Casting gewonnen hätte, hätte die undankbare Aufgabe gehabt, den Lena-Erfolg aus dem letzten Jahr unbedingt wiederholen zu müssen. Die Erwartungen an einen neuen Künstler wären ungleich höher gewesen, als sie es nun sind, da die bereits einmal siegreiche Lena einfach erneut antritt. Und wenn das Publikum auch in diesem Jahr den Song so zielsicher wählt, wie es das schon mit Satellite getan hat, dann kann das Unternehmen durchaus gelingen. Montag Abend, nachdem Lena die für sie äußerst ungewöhnliche, sehr minimalistische 80er Elektropo-Nummer Taken by a Stranger sang, erntete sie tosenden Applaus vom Studiopublikum und auch die TV-Zuschauer haben diesen eigentlich eher sperrigen Song wohl sofort nach dem ersten Höreindruck ins Herz geschlossen und ihn mit zwei weiteren Liedern ins Finale gewählt, dass am 18. Februar in der ARD übertragen wird. Warum also nicht auch hoffen, dass dieser Song, so er sich dann dort behaupten kann, dem Millionenpublikum in Europa das am 14. Mai in Düsseldorf seinen Sieger per Telefon bestimmt genauso gut gefällt?

Ist es nicht vielleicht sogar ein Vorteil, wenn sich bei all den zu erwartenden Lena-Kopien, die die Konkurrenz dann aller Voraussicht nach aufbieten wird, zumindest das Original musikalisch weiterentwickelt hat und zwar wiedererkennbar, aber auch „gereift“ präsentiert?

 

Natürlich ist die Fallhöhe für Lena und ihren Mentor hoch: eine Platzierung im Mittelfeld oder gar im hinteren Drittel wäre natürlich ein gefundenes Fressen für all diejenigen, die schon lange darauf warten, dass der ehrgeizige Moderator und die jungen Sängerin nach all den Erfolgen (endlich) einmal scheitern.

Aber was ist, wenn Lena vielleicht nicht Erste wird, aber immerhin in den Top Ten landet? Dann hätten alle gewonnen: der federführende NDR und mit ihm die ARD, die dann für sich in Anspruch nehmen kann, aus dem einst belächelten Vorentscheid eine Plattform für qualitativ hochwertige und dennoch massekompatible junge Musik gemacht zu haben und trotzdem darum herumkommt, die teure Prestigeveranstaltung erneut ausrichten zu müssen; Stefan Raab, der mit einem erneuten Erfolg Ralph Siegel endgültig vergessen machen kann und natürlich nicht zuletzt Lena, die dann ein für allemal bewiesen hätte, dass sie das Zeug dazu hat, als Künstlerin langfristig in Deutschland und Europa erfolgreich zu sein.

Ein weitere kluger Schachzug der Pro Sieben-Allzweckwaffe Raab: Nächste Woche Dienstag, unmittelbar nach dem 2. Halbfinale erscheint Lenas neues Album Good News, dass eben genau die 12 Songs enthält, die sie in dieser gigantischen Promo-Show in eigener Sache, die Unser Star für Deutschland ja dann vornehmlich ist, dem deutschen TV-Publikum vorgestellt hat. Und das alles flankiert von dem massiven Radio-Airplay der öffentlich-rechtlichen Popwellen. Spätestens wenn dann die Fans sämtliche der neuen Songs quasi schon kurz nach Veröffentlichung mitsingen können, sollte es auch mit dem Kartenverkauf für die anstehende Tour klappen.

Sie mag also mutlos und langweilig anmuten, diese "Titelverteidigung total", die mit der Show Unser Star für Deutschland am letzten Montag ihren Anfang genommen hat – erfolglos muss sie am Ende aber definitiv für keinen der Beteiligten sein.

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So

23

Jan

2011

Das Dschungelcamp - (K)ein Kommentar

"Die Menschenwürde ist nicht veräußerbar. Auch nicht vom einzelnen Besitzer der Menschenwürde"

Dies ist meiner Meinung nach der zentrale Satz im hier verlinkten Kommentar des Journalisten umd Politikberaters Michael Spreng zur aktuellen Programmphilosophie von RTL im Allgemeinen und zum Dschungelcamp 2011 im Besonderen und gleichzeitig eine schöne Antwort auf das Argument "Die Kandidaten wissen ja schließlich alle worauf sie sich da einlassen und wenn sie dann trotzdem bei sowas teilnehmen: selbst schuld!", dass es dem TV-Konsumenten doch schön leicht macht, sein schlechts (Rest)-Gewissen beim Schauen derartiger Sendungen zu beruhigen. Und es wird auch der einzige Kommentar der Flimmerkiste zu diesem armseligen TV-Format bleiben. Die Promotionmaschine von RTL läuft ja auch so schon wie geschmiert. Diese Seite braucht's dafür sicher nicht.

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Do

13

Jan

2011

Original und Fälschung

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Fr

24

Dez

2010

Zu Weihnachten gibt's was mit dem Ruthe

Mit diesen drei witzigen Trickfilmen von Ralph Ruthe, dem kongenialen Schöpfer der Cartoons aus der Shit Happens-Reihe, wünscht Euch die Flimmerkiste ein frohes und geruhsames Weihnachtsfest 2010 und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

In den (größtenteils) auch schon bei TV Total gezeigten Filmchen (Medienbezug 1) erfahrt ihr u. a. warum Last Christmas so ein alljährlicher weltweiter Radiohit geworden ist (Medienbezug 2), wie sich der olle Santa beim Jauch (Medinebezug 3) so schlägt und was damals an der Krippe wirklich geschah (na ja...wenigstens Aktualitätsbezug). Viel Spaß und (im wahrsten Sinne des Wortes) FRÖHLICHE WEIHNACHTEN!

 

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Mo

06

Dez

2010

Nach der "Wetten, dass...?"-Tragödie: Weiter so? – Ja, warum denn nicht?

Da war die Show-Welt noch in Ordnung: M. Hunziker, S. Koch und Th. Gottschalk (Screenshot: ZDF, Wetten, dass...?) Da war die Show-Welt noch in Ordnung: M. Hunziker, S. Koch und Th. Gottschalk (Screenshot: ZDF, Wetten, dass...?)

Jetzt schlägt sie wieder, die große Stunde der Bedenkenträger und Analysten:

Nach dem schrecklichen Wettunfall von Kandidat Samuel Koch, der am vorigen Samstag bei der Weihnachtsausgabe von Europas populärster Fernsehshow beim Versuch mit Sprungstelzen Salti über ihm entgegenkommende Autos zu schlagen schwer verletzt wurde, ist man mit Schuldzuweisungen schnell bei der Hand:

Der (ohne Zweifel) immens steigende Quotendruck, unter dem das altehrwürdige Show-Flaggschiff steht, seit RTL es wagt, am Samstag seine Superstars und –talente parallel zur größten Familienshow der Mainzer ins Rennen zu schicken und damit in letzter Zeit immer öfter die Marktführerschaft bei der werberelevanten Zielgruppe errang, soll bei Redaktion und Moderator des Formates den Wunsch nach immer spektakuläreren Kandidatenleistungen ausgelöst und auch am Samstag zu einer "Verschärfung" der Ursprungswette geführt haben. Ohne Zweifel ist er da, dieser Druck, dass hat Moderator Gottschalk auch in der Vergangenheit immer wieder eingeräumt. Eine "pauschalen Verschlimmerung " zu immer spektakuläreren Event-Shows auch bei den öffentlich-rechtlichen Programmen ist jedoch auch nach Meinung des Münsteraner Medienexperten Christoph Neuberger keinesfalls zu erkennen.

Wer will das denn auch entscheiden oder gar bemessen können? Wie viele höchst riskante Wetten haben bereits lange vor Aufkommen der privaten Konkurrenz in der Sendung stattgefunden – und sind immer glimpflich (ein Beinbruch war das Schlimmste, was bisher passiert ist) oder ganz ohne Blessuren für die Kandidaten ausgegangen? Wie oft gehen Menschen zu Unterhaltungszwecken an ihre körperlichen Grenzen und darüber hinaus und riskieren so ihr Leben, sei es im Sport (Formel 1), in der Zirkusmanege (Hochseilartisten), in der Freizeit (Bungee-Springer)? Eigentlich müsste man all dies jetzt auch in Frage stellen, dürfte diese Veranstaltungen in Zukunft nicht mehr genehmigen.

Und auch das sei gesagt: So viel Verantwortung eine Redaktion einer solchen Unterhaltungssendung auch hat, so sehr liegt es auch bei den Kandidaten selbst, einzuschätzen, in wieweit sie riskante Situationen bewältigen können, ohne das Leib und Leben in Mitleidenschaft gezogen werden. Da helfen auch die nachträglichen (bereits von Seiten des ZDF und diversen ehemaligen Wett-Kandidaten wiederlegten) Anschuldigungen des Vaters von Samuel nichts, seinem Sohn sei von Seiten des Senders geraten worden, die zu überspringenden Autos in ihrer Größe zu steigern. Zumal er höchstselbst das (immerhin zweitgrößte) Unglücksauto steuerte, das Samuel auf so tragische Weise zum Verhängnis wurde.

 

Das es keine hundertprozentige Sicherheit geben kann, ein Restrisiko immer besteht, hat dieser schreckliche Vorfall am Wochenende Millionen von TV-Zuschauern schmerzhaft vor Augen geführt. Jetzt aber mit dem Finger auf die Verantwortlichen zu zeigen und  Konsequenzen zu fordern, ohne zu wissen, welche es denn genau sein könnten, führt zu nichts, außer zu ein wenig Publicity für die üblichen Politikernasen von den hinteren Regierungsbänken, die wie nach jedem derartigen Unglück aus ihren Löchern kriechen, um mal wieder einen Satz über sich in der Zeitung lesen zu können.

 

Nein. Der Redaktion der ZDF-Sendung ist nun wirklich kein Vorwurf zu machen:

Weder in der Vorbereitung der Wette (zumindest gibt es keine Anzeichen, die zur Zeit darauf hindeuten und noch nicht von den Verantwortlichen entkräftet worden sind) und schon gar nicht im Umgang mit der Katastrophe in der Sendung selbst: Wie die Redaktion hier reagierte, wie sie augenblicklich nach dem Unfall den Schwenk in das Publikum vollführte, um die Würde des Kandidaten zu wahren, wie Michelle Hunziker und Thomas Gottschalk sofort aus ihrer Show-Rolle in die der Notfall-Helfer fanden und schließlich die professionelle Entscheidung aller Beteiligten zum Abbruch der Sendung – das könnte, abgesehen von dem vor diesem Hintergrund fast schon vernachlässigenswerten von mir gestern dokumentierten Notband-Fauxpas, als Anschauungsmaterial für die gesamte deutsche Unterhaltungsbranche (vor allem im Verantwortungsbereich der privaten Sender) dienen. Gerade vor diesem Hintergrund greift dann auch der Vorwurf nach einer gesteigerten Quotenfixierung nicht mehr. Wäre dies der Fall gewesen, hätte man sich sicherlich nicht für den Stop der Show am Samstag entschieden.

 

Warum also sollte man den ZDF-Unterhaltungsdampfer Wetten, dass...? nun grundlegend verändern oder gar absetzen? Bei aller Sorge um den verunglückten Samuel Koch, dem auch die Flimmerkiste natürlich wünscht, dass er die schrecklichste Wette in der Geschichte der Show ohne größere Schäden an seiner Gesundheit übersteht, kann deshalb die Antwort auf die Frage nach dem "weiter so?" nur lauten: Ja, warum denn nicht?

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So

05

Dez

2010

Verfahren

Nach dem schrecklichen Unfall des ersten Kandidaten der gestrigen Wetten dass...?-Ausgabe, der später zum Abbruch der gesamten Show führte (eine Entscheidung zu der man im Übrigen alle Beteiligten, genauso wie zum besonnenen Umgang mit der  Katastrophe nur beglückwünschen kann; nicht auszudenken, wenn Ähnliches beim RTL-Supertalent passiert wäre!), hätte es wohl allerdings kaum einen unpassenderen Titel geben können, mit dem, während in der Halle der Schwerverletze noch ärztlich versorgt wurde, das Notband hätte starten können:

Screenshot: "Stars & Musik aus Wetten dass...?" vom gestrigen Abend Screenshot: "Stars & Musik aus Wetten dass...?" vom gestrigen Abend
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So

07

Nov

2010

Happy Birthday to me!

Da hab ich doch glatt das einjährige Bestehen dieser sympathischen kleinen Seite verpennt: Genau am 03.11.2009 erschien hier unter der Rubrik "TV kritisch" der erste Beitrag: Eine Rezension der ersten Kerner-Sendung in SAT 1.

Apropos "Kerner". Was macht der eigentlich heute?

(Bauchbinde während des Dortmunder Europa-Leauge-Spieles vom vergangenen Donnerstag) (Bauchbinde während des Dortmunder Europa-Leauge-Spieles vom vergangenen Donnerstag)

Aha...So ist das...Der Ärmste. Tja, dieses schnellebige TV-Geschäft...

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Mo

01

Nov

2010

Opti, Wette gilt!

M. Opdenhövel mit seinen Kandiaten und prominenten Gästen beim "Tag des Glücks" der SKL (Bildrechte: Süddeutsche Klassenlotterie) M. Opdenhövel mit seinen Kandiaten und prominenten Gästen beim "Tag des Glücks" der SKL (Bildrechte: Süddeutsche Klassenlotterie)

Er war der ewige Nachfolger:

Als er einst den Sprung von VIVA ins "Erwachsenen-Fernsehen" schaffte, tat er das zusammen mit seiner Kollegin Aleksandra Bechtel in Bitte Lächeln, wo sie u. a. Mike Carl und Gundis Zambo beerbten. Auch für die Moderation der sonntäglichen Frühsendung Weck Up auf Sat 1 war der gebürtige Detmolder nicht erste Wahl, sondern löste mit seiner damaligen Moderationspartnerin Barbara Schöneberger den heute nahezu unbekannten Wolf-Dieter Herrmann (Bingo, Sat 1) und die damals schon unbekannte Franziska Becker ab.

Bei der Quiz-Show von Sat 1 folgte er dann auf Jörg Pilawa, der seinerseits zur ARD wechselte um dort eine fast identische und danach gefühlt 1 Millionen weitere Ratesendungen zu präsentieren. Mit Hast Du Töne, dem sympathische kleinen Musikquiz auf VOX, durfte er dann schließlich von 1999 bis 2001 endlich die erste Sendungs-Premiere seiner Moderatorenlaufbahn präsentieren. Im letzten Jahrzehnt kam "Opti", wie er von seinem Freund und Ex-VIVA-Kollegen Stefan Raab gerne genannt wird zunächst bei diversen TV Total-Events als Reporter und Moderator zum Einsatz, bevor er dann 2006 die Gastgeberrolle bei Schlag den Raab übernahm, die ihm den endgültigen Durchbruch bescheren sollte.


Seit kurzem hat er ein neues, ebenfalls von der Raab-Firma BRAINPOOL produziertes Format im Portfolio: Den Tag des Glücks. Allerdings nur im Internet. Dahin hat die Niedersächsische Landesmedienanstalt ab Januar 2008 bereits die Vorgänger-Show mit Günther Jauch verbannt, da sie, wie die Behörde behauptet, nicht mit dem seitdem geltenden neuen Glückspielvertrag in Einklang steht. In der neuen Show, von der die zweite Ausgabe am letzten Dienstag von SKL und diversen Medienpartnern live im Netz übertragen wurde (und dort noch immer zu sehen ist), kann im großen Finale einer von 20 vorher ausgelosten Kandidaten 1 Millionen Euro gewinnen. Bis dahin treten vier Prominente, die sowohl diese glücklichen SKL-Losbesitzer unterstützen, als auch selbst für je ein soziales Projekt kämpfen, in sechs verschiedenen Spielrunden mit- und gegeneinander an. Das Ganze wirkt manchmal wie eine Schlag den Raab-Resterampe (das "Setzkasten" und ein "Golbarren-Jenga"-Spiel waren so oder  ähnlich auch dort schon zu sehen), teilweise aber auch überraschend originell oder gar spannend, wie die akrobatische Glanzleistung Wolke Hegenbarths auf dem Hochrad.

Obwohl  Spielregeln und Punktevergabe mitunter unnötig kompliziert, ja manchmal gar beliebig wie beim guten, alten Tutti Frutti anmuteten und auch organisatorisch nicht immer alles rund läuft (die Assistenten/-inne bekleckern sich hier wahrlich nicht mit Ruhm) ist es gelungen, in 105 Minuten einen unterhaltsamen Hybrid aus Wetten Dass, Schlag den Raab, Stars in der Manege und „Kindergeburtstag“ zu kreieren. Den größten Coup aber haben die Verantwortlichen mit der Wahl Opdenhövels als Moderator gelandet, der hier vor allem im Finale der Sendung seine Klasse unter Beweis stellt:  Hier muss er die schwierige Aufgabe meistern,  die ansonsten recht inaktiven potentiellen  Millionengewinner dem Zuschauer in kleinen Interviews so zu präsentieren, dass er am Ende doch noch für "seinen" Kandidaten um die Millionen-Chance mitfiebern kann. Wie langweilig würde dieser eigentliche Show-Höhepunkt, wäre etwa der oben schon erwähnte Jörg Pilawa mit der Moderation dieser Sendung betraut worden?  Opdenhövel kriegt das Dank seines kumpelhaften Plaudertons, der nie aufgesetzt wirkt und mit dem er auch schon die Familien der Raab-Kandidaten unterhaltsam ausfragt, super in den Griff. Es ist hauptsächlich sein Verdienst, dass aus dem noch etwas unausgegorenen Spiele-Mix letztendlich doch noch eine unterhaltsame Sendung wird, die auch dem klassischen TV durchaus gut zu Gesicht stünde. Womit sich der bekennende Gladbach-Fan immer drängender als Nachfolger für ein weiteres etabliertes Format empfiehlt. Diesmal geht es für ihn allerdings nicht mehr wie bisher nur um die Kreisklasse sondern direkt um die Champions Leauge der deutschen TV-Unterhaltung.

 

Denn eins steht fest: es gib im deutschen TV zur Zeit keinen zwingenderen Erben für die Moderation des ZDF-Flaggschiffes  Wetten, dass…? als: Matthias Opdenhövel.

                      

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Mi

13

Okt

2010

Kein Thema, ARD?

Die ARD ist nicht unbedingt für vornehme Zurückhaltung bekannt, wenn es darum geht zu aktuellen Ereignissen nach der Tagesschau mal eben fix ihre aktuelle Sondersendung, den Brennpunkt ins Programm zu hieven. Schon alleine deshalb, weil das immer 'ne ganz hübsche Quote bringt und so manchen Zuschauer auch für die nachfolgende Sendung noch beim Ersten verweilen lässt, der andernfalls wohl schon längst weitergezappt hätte.  Ein kurzer Brennpunkt ist deshalb bei relevanten politischen Ereignissen wie der Bundespräsidentenwahl genauso Standard, wie nach Naturkatastrophen (Pakistan) oder tragischen nationalen Unglücksfällen (Love Parade Duisburg, Amoklauf Winnenden).

Manchmal reicht es aber schon aus, dass man mal eine Zeit lang nicht mit dem Flugzeug fliegen kann (Aschewolke, DREI Brennpunktem im Frühjahr diesen Jahres) oder es einfach nur Winter ist („Kältekammer Deutschland“, Januar 2009). Ja, sogar der Rausschmiss von Jürgen Klinsmann beim FC Bayern (sic!) war den Programmverantwortlichen seinerzeit einen Brennpunkt wert.


Das SWITCH reloaded-Team hat den geradezu inflationären Umgang der ARD mit ihrem Sondersendungen kürzlich mal sehr pointiert auf die Spitze getrieben:

Das dazugehörige Video dazu kann man sich hier ansehen.

Seit heute morgen schaut die ganze Welt auf die dramatische und bisher glücklicherweise gut verlaufende Rettungsaktion der verschütteten Bergleute in Chile. Die ist der ARD aber noch lange keinen Brennpunkt wert. Ab viertel nach acht läuft stattdessen der (wenn auch sehr gute) Mittwochsfilm.

Das Programm ändern? Einfach so? Da könnte ja jeder kommen…

Nachtrag:

 

Mir ist bekannt, dass die ARD natürlich im Tagesprogramm bereits verstärkt über die Bergungssarbeiten berichtet hat und auch nach den Tagesthemen gibt es wohl noch eine Sondersendung zum Thema.

Kritikwürdig finde ich lediglich, wie die Verantwortlichen hier gewichten:

Jemandem, der leichten Themen wie Trainerentlassungen und Wetterkapriolen (mehreer) Prime-Time-Sendeplätze freiräumt, hätte dies auch im Falle der Rettung der Kumpel aus Chile durchaus gut zu Gesicht gestanden. Zumal die Mainzer Konkurrenz es in ihrem Sonderformat ZDFspezial nach der heute-Sendung ebenfalls getan hat.

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So

05

Sep

2010

Wer hat noch nicht? Wer WILL noch mal?

Wer in der vergangenen Woche sehen wollte, wie prominente und weniger prominente Menschen aus Wisschenschaft, Politik und Kultur über Thilo Sarrazin und seine umstrittenen Thesen diskutierten, der hatte dazu reichlich Gelegenheit:

 

So zum Beispiel am Montag bei Beckmann...

...oder auch bei Frank Plasberg am Mittwoch....

Da wollte auch das ZDF nicht hintanstehen und deshalb befand Maybrit Illner am Donnerstag ebenfalls über:

Jetzt soll es ja Leute geben, die nur äußerst selten Fernsehen schauen, im Urlaub waren, Stromausfall hatten oder aus anderen unerfindlichen Gründen DAS Thema der letzten Woche nicht medial verfolgen konnten. Denen kann geholfen werden, denn heute abend kommt ja schließlich wieder Anne Will:

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Di

17

Aug

2010

Google Street View war gestern...

Da regen sich momentan alle über die paar Knipser von ihren Butzen auf. Dabei hat Google damit doch noch längst nicht all seine Möglichkeiten ausgeschöpft, wie die heute show bereits im März zu berichten wusste:

Nur der Vollständigkeit halber:

 

Wie man so einen Beitrag ungleich schlechter für's Privat-TV kopiert (inklusive der Anonymität sichernden "schwarzen Balken"), zeigt RTL Explosiv hier recht eindrucksvoll in einer Reportage, die ungefähr zwei Wochen später ausgestrahlt wurde:

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Di

27

Jul

2010

Mal wieder nicht im BILDe

War wohl nix, BILD: Christoph Maria kommt, zumindest als "Stromberg",  nicht im Herbst (Sorry, aber der musste einfach sein) War wohl nix, BILD: Christoph Maria kommt, zumindest als "Stromberg", nicht im Herbst (Sorry, aber der musste einfach sein)

Seit vergangenen Freitag vermeldet BILD es in ihrem Online-Auftritt: Stromberg kehrt im Herbst mit neuen Folgen ins TV zurück. Und nicht nur das: Ab Mai nächsten Jahres soll auch die neue Krimi-Serie Kreutzer kommt mit Christoph Maria Herbst starten. Sagt laut BILD Pro Sieben-Chef Thilo Proff in diesem Interview mit DWDL.de. "Wir bereiten die (Stromberg)-Staffel gerade inhaltich vor" wird er von BILD zitiert. Hätte der zuständige Redakteur doch vor dem Abschreiben noch ein wenig weitergelesen, dann hätte er außerdem erfahren können, dass die "Ausstrahlungstermine wirklich noch nicht feststehen. 2010 wird es nicht". Der oben erwähnte Krimi hingegen steht für Herbst diesen Jahres definitiv zur Ausstrahlung an.



Foto: © Willi Weber/ProSieben

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Mo

19

Jul

2010

Pelzig lässt sich ins ZDF einliefern

Nun ist es offiziell: Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig (genau der) wird  ab Herbst neben Urban Priol neuer zweiter Gastgeber der ZDF-Kabarettshow Neues aus der Anstalt und tritt damit ab 19. Oktober in die Fußstapfen von Georg Schramm  (wir berichteten). Außerdem erhält er dort ab 2011 eine eigene "satirische Talksendung" (also sozusagen eine Art Aufgemerkt! Pelzig unterhält sich - RELOADED).

Das Nachsehen hat einmal mehr die ARD, die über die hektische Jauch-Verpflichterei der letzten Monate ohne Not einen ihrer profiliertesten Köpfe für geistreiche Unterhaltung verliert. Und mit Harald Schmidt steht vielleicht schon der nächste Wechselkandidat bereit. Denn auch sein Vertrag läuft Mitte nächsten Jahres aus.

Das ZDF und die Kabarettfreunde unter den Zuschauern hingegen können mit der Verpflichtung von Pelzig  (im Übrigen erklärter Wunschkandidat der beiden Gastgeber Priol und Schramm) jedoch vollauf zufrieden sein: Anstalt gerettet - Patient... lebt!

 

Foto: ZDF/Astrid Schmidhuber

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Mi

23

Jun

2010

Die ARD im Sommer 2010: Stil- und planlos

Das war ein Paukenschlag – mitten in der Sommerpause:

 

Vor 2 Wochen lancierte die ARD die Nachricht über den wohl größten Medien-Coup des Jahres 2010:

Günther Jauch kommt nach langem Hin und Her nun doch ins Erste um dort ab Herbst nächsten Jahres den Sendeplatz von Anne Will zu übernehmen. Gleichzeitig verkündeten die ARD-Oberen, dass man nun endlich eine Möglichkeit gefunden habe, das Info-Flagschiff Tagesthemen, dass schon lange quotentechnisch hinter der ZDF-Konkurrenz mit Claus Kleber herdümpelte, zumindest montags bis donnerstags auf einen einheitlichen Sendeplatz um 22:15 Uhr zu etablieren. Im Anschluss daran solle eine durchgängige Talk-Schiene programmiert werden. Beckmann, Maischberger, Plasberg und eventuell auch Will sollen diese bespielen. Was mit Harald Schmidt geschehen soll, der den Donnerstagssendeplatz bisher besetzt hat, ist noch genauso offen, wie die Frage, an welchem Wochentag die einzelnen Formate zum Einsatz kommen. Aber anstatt das mit den Beteiligten zunächst intern zu klären, stellte man sie mit Veröffentlichung der Meldung zur neuerlichen Jauch-Verpflichtung quasi vor vollendete Tatsachen: Sie erfuhren von den Umstrukturierungsmaßnahmen ihres Arbeitgebers genauso aus der Presse, wie das staunende TV-Publikum. Wahrlich kein schöner Stil. Denn die Folgen sind nicht nur für Schmidt, sondern auch für zwei der Talk-Formate weitreichend:

Zum Einen würde Hart aber Fair nun erst um 22:45 Uhr beginnen und dann bis um Mitternacht dauern, womit man der einst hochgelobten TV-Diskussion, die im WDR über Jahre um 20:15 Uhr zu sehen war und (genau wie auch der Talk von Will) im letzten halben Jahr sehr passable Quoten für den Senderverbund eingefahren hat, wohl einen Bärendienst erweisen würde. Darüber hinaus beschädigt man auch die mittlerweile etablierte Marke Anne Will, die auf dem derzeit noch von Schmidt belegten, Donnerstagssendeplatz unmittelbar auf die ZDF-Konkurrenz Maybrit Illner treffen würde. All das scheint den ARD-Vorsitzenden und SWR-Intendanten Peter Boudgoust wenig zu stören. Im aktuellen SPIEGEL gibt er ein recht selbstherrliches Interview in dem er diese Form der Mitarbeiterführung nach Gutsherrenart rechtfertigt.

Er spricht davon, dass es keine "Erbhöfe" im Programm gäbe, empfiehlt Will allen Ernstes eine Konzeptänderung hin zum Wissenschafts-Talk und hat auch schon eine genaue Vorstellung über den Stil, in dem Jauch zukünftig am späten Sonntagabend talken soll. An anderer Stelle im Heft lässt er gar durchblicken, dass zwar "Comedy und Satire auch weiterhin einen Platz im Programm haben würden" und man natürlich "auch" mit Harald Schmidt im Austausch stehe, man sich aber "wenn etwas nicht funktioniert" wie der Bundestrainer verhalte und dann einfach "umbesetze". Direkter hätte man dem einstigen Hoffnungsträger der ARD-Satire nun wirklich nicht sagen können, dass man an einer Vertragsverlängerung über Sommer 2011 hinaus in keinster Weise interessiert ist.


Der ARD-Chef dreht kräftig am Personalkarussel.

 

Was ist da momentan los in der ARD?

Der Jauch-Deal scheint diesmal zwar ohne Störgeräusche über die Bühne gegangen zu sein. Auch die berühm-berüchtigten ARD-Gremien halten zur Zeit still. Dafür spielt nun der oberste ARD-Verantwortliche "wilde Sau", beschädigt so im Vorbeigehen gleich eine ganze Reihe profilierter Programmköpfe und riskiert ihre Abwanderung zur Konkurrenz. Gerade so, als ob man genug profilierte Moderatorenpersönlichkeiten hätte und es da auf einen mehr oder weniger nun wirklich nicht ankäme.

Und das alles zum Preis eines einheitlichen Tagesthemen-Beginns, der durch die geplanten Änderungen lediglich für die Zeit von Montag-Donnerstag und mitnichten für den Rest der Woche sichergestellt wäre? Dazu kommt, dass der Schritt, der jetzt vollzogen werden soll auch unabhängig von der Causa Jauch schon längst hätte getan werden können. Denn der ist davon schließlich ja überhaupt nicht betroffen. Die Diskussion um den Tagesthemen-Sendeplatz gab es darüber hinaus auch schon damals, als Plasberg mit Hart aber Fair ins Erste wechselte.

Seinerzeit hätte noch die Chance bestanden, die Zuschauer zumindest direkt an diesen späten Programmplatz zu gewöhnen. Nun hat man den Talk bereits um 21:45 Uhr etabliert und muss sein Publikum zukünftig zu Nachteulen umerziehen. Bedenkt man darüber hinaus, dass Plasberg früher sogar für die Prime-Time direkt nach der Tagesschau im Gespräch war (im Übrigen ein Wunsch vieler arbeitstätiger Zuschauer), wird diese Programmentscheidung der ARD noch weniger nachvollziehbar.

Und welchen Platz man Comedy und Satire bei der ARD denn dann noch bieten möchte, wird wohl auch Boudgousts Geheimnis bleiben:

Soll Harald Schmidt, so er denn bei der ARD bliebe, erst um Mitternacht senden und somit auch die letzten Zuschauer verlieren? Wohin dann mit kleinen aber feinen Shows wie Aufgemerkt! Pelzig unterhält sich oder Krömer- die internationale Show, die zur Zeit noch im Anschluss an Schmidt laufen? Allesamt übrigens Sendungen mit ARD-Eigengewächsen. In die Zeit nach dem Nachtmagazin? Oder will man den Fehler der privaten Konkurrenz mit ein paar Jahren Verspätung wiederholen und zukünftig einen öffentlich-rechtlichen Fun-Freitag generieren? Schafft man die Sendeplätze für die Kritikerlieblinge jetzt vielleicht sogar ganz ab?

 

Viele offene Fragen - viele Programmprobleme, die sich das Erste da ohne Not ins Haus geholt hat. So bereichernd die Verpflichtung Jauchs für das ARD-Programm sein mag – so eintönig und langweilig droht es durch die Programmänderungen an anderer Stelle zu werden, wenn ganze Programmfarben zukünftig einfach nicht mehr bedient werden.

Da liegt noch ein schönes Stück Arbeit vor den Verantwortlichen. Und ob derartige verbale Amokläufe wie der von Boudgoust hierbei hilfreich sind – das darf getrost bezweifelt werden.

 

 

 

 

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Do

10

Jun

2010

Jauch macht der ARD den Raab

Lässt sich's bald auch in der ARD gut gehen: G. Jauch (Foto: ddp/Henning Kaiser) Lässt sich's bald auch in der ARD gut gehen: G. Jauch (Foto: ddp/Henning Kaiser)

Jetzt also doch:

Nachdem er schon 2007 als Christiansen-Nachfolger für den spätsonntäglichen Talk-Slot nach dem Tatort vorgesehen war, jedoch dann enttäuscht über die Entscheidungsfindungsprozesse der ARD-Oberen (laut seiner Aussage:  „Gremien voller Gremlins“) genervt das Handtuch warf, scheint Jauch den Verantwortlichen nun eine zweite Chance gegeben zu haben: Ab Herbst nächsten Jahres soll er auf besagtem Sendeplatz eine politische Talkshow moderieren. Das Konzept hierfür hat er seinerzeit schon mit seiner Produktionsfirma erarbeitet und müsste es nur noch aus der Schublade holen. Die Moderation von stern TV bei RTL hingegen wird er dafür definitiv aufgeben. Zwei journalistische Formate bei verschiedenen Sendern – öffentlich-rechtlich sowie privat -, das ist auch für DEN Lieblingsmoderator der Deutschen nicht verhandelbar gewesen. Deshalb gilt:  Wer wird Millionär wird es auch über das Jahr 2011 hinaus bei RTL und mit Jauch geben.  Neue Show-Formate mit ihm könnten in Zukunft ebenfalls weiterhin bei den Kölnern stattfinden. Nur er „Info-Jauch“... der gehört jetzt ganz der ARD.

Ähnliches widerfuhr im Frühjahr bereits Stefan Raab, der dem Senderverbund ebenfalls zunächst eine Abfuhr erteilte, bevor er sich dann Mitte letzten Jahres zur ersten öffentlich-rechtlich-privaten Kooperation im Unterhaltungsbereich hinreißen ließ. Die war, wie wir jetzt alle wissen, unter dem Namen Unser Star für Oslo sehr erfolgreich und wird (mit welchem Konzept auch immer) im nächsten Jahr fortgesetzt. Sein Heimatsender, daran lässt Raab nie den Hauch eines Zweifels aufkommen, ist und bleibt ProSieben, wie er unlängst auf der Pressekonferenz in Köln anlässlich des Grand Prix-Erfolges von Lena erklärte. Das dürfte die Verantwortlichen gefreut haben. Denn genau wie Jauch ist auch Raab DIE prägende Figur für „seinen“ Sender. Oder kann sich jemand den Show-Bereich der roten Sieben ohne die Raab’schen Show-Events von Wok-WM bis Bundesvision Song Contest vorstellen?

Auch RTL geht es da mit Jauch momentan nicht viel anders:

Zwar hat man noch quotenträchtiges Trash-TV a la DSDS und Das Supertalent im Programm. Generationenübergreifende, konsensfähige Unterhaltungsshows wie Wer wird Millionär, die Jahresrückblicke, die Ultimative Chart-Show, stern TV, 5 gegen Jauch, Event-Programmierungen, wie die Nena-Geburtstagsshow im Frühjahr…Das alles wird von Jauch moderiert oder/und von seiner Firma I & U produziert. Würde er sich nun zukünftig komplett von RTL verabschieden – das Unterhaltungs-Portfolio des Senders wäre doch arg geschmälert. Wie gesagt: ganz so wird es nicht kommen. Als Moderator bleibt er seinem langjährigen Heimatsender ja (zunächst) erhalten – und als Produzent sowieso. Aber allein sein Ausstieg bei stern tv und die damit verbundene Nachfolgersuche dürften den Verantwortlichen so einige schlaflose Nächte bereiten. Man könnte ja durchaus auf die Idee kommen so jemandem wie Marco Schreyl den Job zu geben. Der hat schon damals in V-die Verbrauchershow (übrigens ebenfalls ein, wenn auch geflopptes, Jauch-Produkt) bewiesen, dass er mindestens genauso toll Karteikarten halten kann, wie sein Vorbild. Aber wäre es dann noch dieselbe Sendung? Oder wäre das dann nicht vielmehr Kerner oder Markus Lanz – nur eben auf RTL?

Außerdem steht für die RTL-Bosse durchaus zu befürchten, dass über kurz oder lang auch im Showbereich Schluss sein könnte mit der jahrelangen Liason zwischen dem Erfolgsmoderator und RTL.  Bei WDR-Intendantin Monika Piel weckt der Coup mit Jauch schon Begehrlichkeiten für eine Zusammenarbeit auch über den Info-Bereich hinaus. Es besteht kein Zweifel, dass das auch dem Lieblings-Schwiegersohn der Nation durchaus nicht unangenehm sein dürfte: Hätte er doch mit seinen mittlerweile 53 Jahren in der ARD eine neue Heimat jenseits vom  Zielgruppen-Diktat gefunden, in der sich ja auch Kollegen wie Schmidt und Beckmann ohne Quotendruck ihre prestigeträchtige Nische geschaffen haben. Und die gute alte Tante ARD? Die hat nun mit dem beliebtesten Moderator Deutschlands, dem gerade erwähnten Harald Schmidt und Frank Plasberg drei der profiliertesten TV-Persönlichkeiten Deutschlands unter Vertrag. Man darf also Das Erste und Günther Jauch seit dem heutigen Tag, wenn die Verantwortlichen es nicht doch auf den letzten Metern wieder vermasselen (der Kontrakt ist zwar unterschrieben, aber die Gremien müssen den Wechsel noch durchwinken) durchaus als Gewinner dieses Deals betrachten. Verloren hingegen hat (auf lange Sicht) RTL: Denn ohne Jauch muss man zukünftig wohl noch ein wenig länger überlegen, um noch einen Einschaltgrund für das Programm der Kölner zu finden. Wenn es denn überhaupt einen gibt...

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Mo

31

Mai

2010

Böhrnsen?...Da war doch was!

Der Interimsnachfolger des heute zurückgetretenen Bundespräsidenten Horst Köhler heisst JENS Böhrnsen. Nur damit keine Missverständnisse aufkommen...

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So

30

Mai

2010

Geschwätz von gestern

"Ich habe überhaupt nichts gegen Stefan Raab. Im Gegenteil, Raab tut auf seine Weise viel Gutes, für sich, aber auch für die Musik. Andererseits muss man auch sagen: Dafür, dass er seit zehn Jahren vier Sendungen pro Woche hat, ist nicht viel rausgekommen: Ein bisschen Maschen-Draht-Zaun, ein bisschen Guildo Horn, ein bisschen Stefanie Heinzmann. Raab ist ein toller Entertainer, aber beim Grand Prix ist er eben nur Fünfter, Achter und Zwölfter geworden."


(Ralph Siegel im aktuellen SZ Magazin, wo er sich u. a. über Lena, Stefan Raab und die Siegeschancen von "Satellite" äußerte)

 

 

UND DAMIT GRATULIERT AUCH DIE FLIMMERKISTE LENA UND STEFAN ZU IHREM GRANDIOSEN ERFOLG IN OSLO!

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Di

25

Mai

2010

Schlechtes aus der Anstalt

Das ist in der Tat eine Schock-Nachricht für alle Fans anspruchsvollen Humors, die in der ZDF-Satire Neues aus der Anstalt endlich eine neue Heimat gefunden zu haben schienen: Georg Schramm, neben Urban Priol einer der beiden Gastgeber der monatlichen Live-Show, verlässt bereits mit Beginn der Sommerpause im Juni die erfolgreiche Kabarett-Sendung. Nicht aufgrund privater Dissonanzen, wie nach seinem Rückzug aus der ARD-Konkurrenz Scheibenwischer, sondern weil er wieder öfter und länger auf Tournee gehen möchte. Sein Abgang ist besonders deshalb ein schwerer Verlust, weil Schramm im Gegensatz zu Priol, der immer nur als er selbst auftritt, verschiedene wiederkehrende Bühnenpersönlichkeiten verkörpert, die der Sendung einen Großteil ihrer Identität geben: den nörgelnden, einarmigen Renter und "Patientensprecher" Dombrowski, Bundeswehroberst Sanftleben und den Drucker August, ein langjähriges, leidgeprüftes SPD- und Gewerkschaftsmitglied. Seine giftigen Parodien geben der Sendung eine gewisse Struktur. An und mit seinen Figuren lassen sich die Polit-Ereignisse des Monats herrlich aus verschiedenen Blickwinkeln abarbeiten. Ein Nachfolger der das mit derartiger Perfektion wie Schramm beherrscht,  ist zur Zeit in der Kleinkunstszene nicht in Sicht. Schön, dass zumindest Priol dem ZDF erhalten bleiben will. Mit ihm zusammen prüfe man, wie DWDL heute erfahren haben will, dort zur Zeit "verschiedene Optionen" der weiteren Zusammenarbeit. Über ein Ende der Anstalt ist deshalb das letzte Wort auch noch nicht gefallen.  Dass den Verantwortlichen ein Relaunch gelingt, der das ursprüngliche Konzept nicht genauso ad absurdum führt, wie der des früheren Platzhirsches Scheibenwischer, dem Mathias Richling jetzt unter dem neuen Namen Satire-Gipfel in der ARD den Todesstoss versetzt, bleibt zu hoffen, ist aber höchst unwahrscheinlich. Und das ist wirklich jammerschade.


Zum Georg Schramms TV-Abschied hier deshalb noch eine wunderbare, kleine Spielszene in der er im April noch mal all seine Stärken ausspielen durfte: die (fiktive) Grabrede von Sanftleben für die im Kundus gefallenen Soldaten, die man so gerne von einem unserer Volksvertreter vernommen hätte: Kabarett in Reinkultur, dass nicht auf den billigen Lacher abzielt, sondern auf höchstem Niveau unterhält und wahrlich zum Nachdenken anregt:


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Fr

21

Mai

2010

Bittere Pille für die "heute-show"

Weil "heute-Show"-Reporter und Ex-Titanic-Chef Martin Sonneborn in der Ausgabe vom letzten Freitag ein...sagen wir mal...zwar journalistisch nicht gaanz faires, aber umso entlarvenderes Interview mit einem Pharma-Funktionär geführt hat, gab's nun, wie das Online-Medienmagazin DWDL berichtet, 'ne dicke Rüge von Programmchef Thomas Bellut. Der Einspieler ist aber trotzdem (oder gerade deswegen) so sehenswert, dass ich ihn Euch nicht vorenthalten möchte. Verdeutlicht er doch ganz schön, wie Lobbyismus in Deutschland funktioniert. Also: Schnell gucken, bevor er gesperrt wird!

Nachtrag (21.05.2010, 15:24 Uhr):

 

In der ZDF-Mediathek sind sowohl der Einzelbericht ("Sonderermittler Sonneborn"), als auch die gesamte letzte Sendung zur Zeit ebenfalls noch online!

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Fr

14

Mai

2010

Sat 1 – Ich drück' Dich...wieder!

Vor ein paar Monaten (nach dem Ende der letzten Staffel der grandiosen Comedy-Serie Pastewka)  hätte ich nicht gedacht, dass ich so schnell wieder auf die Idee kommen würde, Sat 1 einzuschalten. Zu sehr war der von Harald Schmidt immer gerne sarkastisch als "Kuschelsender" bezeichnete Kanal zu einer merkwürdigen RTL-Kopierstation mutiert:

Egal was die Konkurrenz aus Köln zeigte: Sat 1 hielt mit (meist billiger produzierten) Duplikaten dagegen: Wenn Rach und Co. am Montag auf RTL Quoten einfuhren, sollte zur gleichen Zeit auf Sat 1 der Jugendcoach Oliver Lück es ihnen gleich tun. Zeigte RTL am Freitag eine neue Folge seiner Ultimativen Chart-Show programmierte Sat 1 die blutleere Kopie Hit-Giganten dagegen. RTL hat Erfolg mit der Ranking-Show Die 10... ? – wäre doch gelacht, wenn das Sat 1 nicht noch billiger und liebloser hinbekäme. Schwupps waren auch schon die VIP-Charts auf Sendung (und wurden genauso schnell wieder abgesetzt).

Selbst im Fiktion-Bereich setzte man ausschließlich auf seelenlose (deutsche) Kopien von Erfolgsserien wie Dr. House (bei Sat 1: Dr. Molly & Karl) oder Grey's Anatomy (Klinik am Alex).

 

Die letzten verbliebenen Erfolgsformate mit eigener Handschrift wurden so stiefmütterlich behandelt, dass sie irgendwann auch von den Zuschauern nicht mehr geliebt wurden:

Genial daneben eines der letzten innovativen und unterhaltsamen Sat 1-Produkte, dass zur Abwechslung moderiert von Dieter Nuhr sogar von RTL kopiert wurde (Gibt's doch gar nicht), sollte auf einmal zusätzlich zu seinem Samstags-Termin am Freitagabend in der Prime-Time gegen den Platzhirsch Wer wird Millionär antreten. Das misslang zwar kräftig und man stellte nach ein paar Monaten wieder auf den wöchentlichen Ausstrahlungsrhythmus mit Stammplatz am späten Samstag um, ließ dort die Sendung aber immer zu unterschiedlichen Zeiten beginnen. Als man dann auch noch damit anfing, die Staffel durch Wiederholungen zu strecken, haben sich wohl auch die treusten Fans von dem Format verabschiedet. Die Folge: neue Folgen sollten eigentlich bereits seit April diesen Jahres auf dem Samstags-Sendeplatz laufen. Die Ausstrahlung wird jedoch von Sat 1 immer wieder verschoben. Gut möglich, dass das Format nie wieder aus der letztjährigen Sommerpause zurückkehren wird...

Ähnlich erging es der Schillerstraße, die man nach Cordula Stratmanns Auszug viel zu lange pausieren ließ, bevor man in Schauspieler Jürgen Vogel schließlich einen prominenten Nachmieter fand. Quotenerfolge wie in den ersten Staffeln sind inzwischen jedoch in weite Ferne gerückt.  Auch die Comedy-Falle, eine ledlich lustige Promi-Variante der Versteckten Kamera und die letzte große Abendshow für die ehemalige Bällchensender-Allzweckwaffe Kai Pflaume reißt nach anfänglich guten Quoten längst keine Bäume mehr aus. Das wird natürlich auch vor allem daran liegen, dass man die wenigen Folgen immer wieder zu merkwürdigen einstündigen Specials zusammengeschnippelt und diese dann meist an Feiertagen im Vorabendprogramm unter Ausschluss der Öffentlichkeit versendet hat. Bereits vorproduzierte Folgen ließ man jahrelang im Archiv schlummern und wickelt das Format jetzt nur noch ab. Natürlich nicht, ohne die Zuschauer beim Telefon-Voting noch mal richtig abzuzocken.

Auch für die kostspieligen Neuzugänge Kerner und Pocher fiel den Verantwortlichen nichts Besseres ein, als sie einfach mit Kopien ihrer Erfolgsformate von ZDF und ARD auf Sendung zu schicken.  Bei Kerner fügte man darüber hinaus noch einen großen Schuss Stern TV hinzu. Resultat: Beide Sendungen werden von den Zuschauern nun schon seit Monaten mit Nichtbeachtung gestraft.

 

Doch seit einiger Zeit tut sich was bei den Berlinern:

Anstatt neidisch auf die Erfolge der Konkurrenz zu starren, laut "Ich will auch!" zu rufen und dann schnell schlechte Plagiate auf Sendung zu schicken, kopiert man einfach die eigene TV-Vergangenheit - "Kuschelsender reloaded" sozusagen. Über weite Strecken sieht Sat 1 jetzt nämlich wieder so aus, wie in den Erfolgszeiten Ende der 90er:

Wo damals die Schmunzelkrimis SK Kölsch und Mit Herz und Handschellen sowie die Anwalts-Dramedy Edel & Starck für Kurzweil sorgten, fahren seit ein paar Wochen der Schmunzelkrimi Der letzte Bulle (mit dem Hauptdarsteller aus Mit Herz und Handschellen Henning Baum) und die Anwalts-Dramedy Danni Lowinski, geschrieben von Marc Terjung, der auch schon Edel & Starck erdachte), beide mit grundsympathischen Hauptdarstellern solide inszeniert, hervorragende Quoten ein.

Den Dienstagabend bespielt SAT 1 wie jeher mit eigenproduzierten mal originellen, mal von US-Originalen abgekupferten Fernsehfilmen und kann sich damit oftmals gut gegen das RTL-Erfolgsformat Dr. House behaupten.

Seit man die Champions League-Rechte zurückgekauft und seine Erfolgsmarke ran wiederbelebt hat, ist auch am Mittwochabend aus Quotensicht die Welt wieder in Ordnung.

Und mit Die perfekte Minute der neuen (aus den USA importierten) Familien-Spielshow die wie ein Mix aus Schlag den Raab und Wer wird Millionär daherkommt hat man seit Anfang des Monats den legitimen Die Stunde der Wahrheit-Nachfolger gefunden. Bei der von Christian Clerici moderierten Sendung mussten damals zu Hause Spiele eingeübt und dann in der Show vor Publikum präsentiert werden. Wenn diese gelangen, gab's Geld für die Familienkasse.  Sie ahnen es bereits: Genau das müssen auch die Kandidaten in Ulla Kock am Brinks Sendung nun wieder tun. Und bis auf das bei jeder Kleinigkeit frenetisch johlende Publikum und die auf Perfektion gecasteten, teilweise überheblich wirkenden Familienmitglieder ist das Ganze größtenteils auch in der 2010er Variante gelungen. Die Werte zum Start sind zwar noch ausbaufähig, aber gegen die direkte Konkurrenz des Jauch-Quiz auf RTL auch in der zweiten Woche mehr als ordentlich.

 

Und damit nicht genug: Auch der Polit-Talk Talk im Turm, in den neunziger Jahren moderiert vom kürzlich verstorbenen Erich Böhme und tatsächlich so etwas wie die Blaupause für alle die Christiansens, Wills und Illners der Öffentlich-Rechtlichen,  soll demnächst ein Comeback feiern. Damit hielte dann auch wieder eine vom Privat-TV in diesem Jahrtausen bisher konsequent ignorierte Programmfarbe Einzug bei Sat 1: der politische Journalismus.

 

Schön, dass der Sender wieder Mut hat, seinem Publikum anstelle billiger Dutzendware wieder echte Qualitätsprodukte anzubieten. Das man dabei in diesen Krisenzeiten das Risiko scheut und sich zunächst eher an seiner erfolgreicheren Vergangenheit orientiert, statt Innovationen voranzutreiben ist da rein wirtschaftlich betrachtet nicht die schlechteste Idee, die man haben konnte.  Wenn’s mit diesem "Zurück in die Zukunft"-Konzept weiterhin so gut läuft, können sich Margarethe Schreinemakers und Jörg Draeger in den nächsten Wochen wohl schon mal auf einen Anruf aus Berlin gefasst machen...

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Di

11

Mai

2010

MC Mey disst Casting-Brei

Der "Godfather of Liedermaching" Reinhard Mey hat sich am letzten Freitag mit seinem Album "Mairegen" zurückgemeldet. Und er versucht sich dort in einem Stück auf seine alten Tage tatsächlich als Rapper (sic!). Na, ja gut...Sprechgesang trifft's hier vielleicht eher. Aber was er so zu sagen hat, ist auf jeden Fall wert, hier Erwähnung zu finden. Denn im Lied "Larissas Traum" rechnet er mit den Auswüchsen des Casting-Booms ab. Und der ist auf dieser kleinen Seite ja auch schon ein ums andere Mal kritisch begleitet worden.

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Mi

14

Apr

2010

What If God Was One Of Us?

Dieser gelungene Beitrag aus extra 3 zum Thema "Missbrauch in der katholischen Kirche" vom letzten Sonntag...

...hat mich irgendwie an den immer noch tollen Joan Osborne-Song aus den neunziger Jahren erinnert...

...den wiederum die in Münster gegründete Kölner Band Erdmöbel kongenial ins Deutsche übersetzt hat:

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Di

13

Apr

2010

Bullen und Anwälte – Am Sat 1-Montag schmerzlich vermisst

H. Baum und A. Frier: Die neuen Montags-Serienhelden H. Baum und A. Frier: Die neuen Montags-Serienhelden

Es ist noch gar nicht so lange her, da strahlte Sat 1 am Montag abend zunächst eine Schmunzelkrimiserie mit viel Lokalkolorit (SK Kölsch) und danach eine launige deutsche Anwaltsserie (Edel & Starck) aus. Bis zum Jahr 2005 war dieses Seriendoppelpack recht erfolgreich und bescherte Sat 1 oft Marktanteile weit über Senderschnitt. Danach versuchte man auf diesem Sendeplatz so ziemlich alles, um daran anzuknüpfen: Shows, Doku-Soaps, Coaching-Formate, frauenaffine TV-Liebeskommödien. Bis auf Letztere hat das nie wirklich funktioniert. Der Kölner Konkurrent war mit seinem Doppel aus Quiz (Wer wird Millionär) und Coaching-Formaten (Bauer sucht Frau, Rach-Der Restauranttester) zum unangreifbaren Marktführer aufgestiegen. Das Einzige, was Sat 1 im Fiction-Bereich noch in Serie produzierte waren Flops. Oder erinnert sich noch jemand an Dr. Molly und Karl, Klinik am Alex, GSG 9…? Nein? Eben!

Doch in letzter Zeit hat auch Platzhirsch RTL am Montagabend zu kämpfen. Nach dem Ende der letzten Rach-Staffel konnte man mit Vermisst nicht an alte Erfolge anknüpfen und büßte am Montag, der ehemals ein Selbstläufer zu sein schien, zuletzt massiv Zuschauer ein.

 

„Jetzt oder nie“ muss man sich deshalb beim Bällchensender gedacht haben und schickt seit gestern mit Der letzte Bulle wieder...Na, was wohl? Richtig!...einen Schmunzelkrimi mit Lokalkolorit und danach Danni Lowinski, eine launige deutsche Anwaltsserie auf Sendung. (Beide werden übrigens bei den Kollegen vom Fernsehlexikon ausführlich vorgestellt und kritisch derart treffen gewürdigt, dass ich, anstatt selber auch noch 'ne Kritik zu schreiben, ausnahmsweise einfach mal frech darauf verlinke)

 

Und tatsächlich: Es hat funktioniert.

Danni Lowinksi war gestern Abend die meistgesehene Sendung in der Zielgruppe.

Der letzte Bulle schlug sich ebenfalls sehr tapfer und erzielte Marktanteile über dem Senderschnitt. Was diese Zahlen wert sind, wird sich natürlich erst in den nächsten Wochen zeigen. Denn dann kann man erst eine Aussage darüber treffen, ob das TV-Publikum auch wirklich Gefallen an den neuen Figuren gefunden hat und bereit ist, für sie erneut Sat 1 einzuschalten. Aber immerhin ist es zunächst einmal darauf aufmerksam geworden. Und das neben der groß angelegten Werbekampagne nicht zuletzt auch wegen des optimalen Sendeplatzes, auf dem sich der Zuschauer schon seit Jahren an seichte, humorvolle fiktionale Unterhaltung „gewöhnt“ hatte.

Sollte es noch eines weitere Beweises dafür bedurft haben, dass man den Zuschauer mit neuen Formaten nur innerhalb des von ihm hierfür bevorzugten Programmumfeldes erreichen kann, dann war er das wohl…

 

 

© Fotos: Thomas Pritschet/ Frank Dicks (für Sat 1)

 

 

 

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Do

08

Apr

2010

„Damit wir alle noch ein bisschen mehr Spaß haben…“

Vera Int-Veen bei TV Total (Screenshot: TV total/Pro Sieben) Vera Int-Veen bei TV Total (Screenshot: TV total/Pro Sieben)

Ich bin, was das Niveau angeht, vom Privatfernsehen im Allgemeinen und von RTL im Besonderen ja schon so einiges gewohnt. Nach dem Talk-Auftritt der Reality-Allzweckwaffe Vera Int-Veen bei Stefan Raab in TV Total vom Mittwoch der letzten Woche war ich zugegebenermaßen aber doch etwas schockiert:

Int-Veen war bei Raab zu Gast, um die neue Staffel der von ihr „moderierten“ RTL-Freakshow Schwiegertochter gesucht zu promoten. Früher hat sich der Moderator zu so einem Anlass bei derartigen Sendungen, die im Prinzip nur zum Ziel haben, dass Leben sonderbarer, teils höchst bemitleidenswerter Zeitgenossen vor einem Millionenpublikum der Lächerlichkeit preiszugeben immer noch mit ein paar Allgemeinplätzen herauszureden versucht:

Man war zumindest bemüht, den Schein zu wahren; zu erzählen, dass hier dem Sender wirklich irgendwie auch so ein Stück weit daran gelegen sei, einsamen Herzen, die ansonsten wohl nie einen Partner finden würden, ein wenig auf die Sprünge zu helfen und dass man die eigentlich doch ganz sympathischen Kandidaten auf keinen Fall vor einem Millionenpublikum bloßstellen wolle (was man natürlich dennoch tat).

Wie gesagt: Wenigstens das schien unter den TV-Schaffenden noch Konsens zu sein. Bis zu jenem denkwürdigen Auftritt bei TV Total, wo Int-Veen zwar zu berichten wusste, dass sie anfangs doch irgendwie so einen Anflug von schlechtem Gewissen hatte, die unbedarften Protagonisten so vorzuführen, sich aber daran inzwischen gewöhnt habe und das Format jetzt umso mehr liebe. Auch die nachträgliche Manipulation des Tonmaterials, wie z. B. das Einspielen eines lauten „Quietschgeräusches“ als die stark übergewichtige Kandidatin Monika beim Verlassen des Zimmers den Türrahmen berührte, gibt die ebenfalls nicht gerade gertenschlanke Moderatorin unumwunden zu. Von Raab, der in dieser Talk auch keine besonders gute Figur macht, zu den Gründen hierfür befragt, sagt sie tatsächlich und allen Ernstes den Satz, der dem heutigen Blogeintrag als Überschrift dient.

Erlaubt scheint jetzt also endgültig alles, was dem Publikum gefällt. Moralische Bedenken können da schon mal getrost beiseite gewischt werden. Eine Verantwortung für das, was gesendet wird besteht nur noch gegenüber den Werbekunden, die halt nur dann fleißig buchen, wenn die Quote stimmt. Für die Protagonisten der Formate und ihr Bild in der Öffentlichkeit scheint man sich nicht nur nicht mehr verantwortlich zu fühlen, sondern prahlt mit diesem Gebaren auch noch vor laufender Kamera.

Bin ich eigentlich der Einzige, dem dabei irgendwie schlecht wird?

Das Video zu besagtem Auftritt gibt's (natürlich) hier zu sehen.

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Di

06

Apr

2010

TV kurios (1)

 

Gestern abend lief mal wieder ein Polizeiruf aus Halle. Mit dabei war auch die in ihrer Rolle wunderbar authentische Birge Schade, die in dem Feiertagskrimi eine Krankenhausärztin verkörperte, deren Tochter entführt wurde. Um ihr Kind lebend wiederzusehen, sollte sie den bei einem Raubüberfall auf einen Baumarkt schwer verletzten Fililalleiter, der in der Klinik, in der sie Dienst tat, auf der Intensiv-Station lag, umbringen. Den Entführer zu täuschen war nicht möglich, da er das Krankenhaus und somit jeden ihrer Schritte überwachte. Oberkommissarin Nora Lindner (forsch und aufgeweckt in ihrer ersten durchgehenden Hauptrolle:  Isabell Gerschke), die das Altherren-Duo Schmücke und Schneider von dieser Folge an verstärkt, hat die rettende Idee: Mit Unterstützung der Staatsanwaltschaft wird der schwer verletzte Baumarktleiter in ein anderes Krankenhaus verlegt. Derweil verlässt eine „Leichen-Attrappe“ im Sarg das Krankenhaus durch den Vorderausgang. Am nächsten Tag soll dann die falsche Todesnachricht in sämtlichen lokalen Medien lanciert werden, um den Kidnapper zur Freilassung des Mädchens zu bewegen.

Das neue Polizeiruf-"Trio" aus Halle                                           (Foto: mdr) Das neue Polizeiruf-"Trio" aus Halle (Foto: mdr)

Soweit, so konstruiert, aber durchaus nicht unspannend… Aber richtig skurill wird diese Situation erst, wenn man weiss, dass die eingangs erwähnte Birge Schade im Jahr 2006 ebenfalls zum Opfer einer solchen Falschmeldung wurde. Damals hatte der Tagesspiegel behauptet, die seinerzeit schwangere Schauspielerin habe den Freidtod durch Einnahme einer Überdosis Schlafmittel gewählt, die Meldung aber Gott sei Dank sehr schnell wieder zurückgezogen, bevor sie zur bundesweiten Nachricht werden konnte.

Wurde auch schon mal für tot erklärt: Schauspielerin Birge Schade (Foto: dpa) Wurde auch schon mal für tot erklärt: Schauspielerin Birge Schade (Foto: dpa)

Ob das jetzt alles nur ein Zufall war, oder diese Begebenheit bewusst Einfluss auf das Krimi-Drehbuch hatte: Schwer zu sagen.  Aber für Freunde kleiner TV-Kuriositäten ist’s durchaus eine Erwähnung wert, wie ich finde.

Gleichzeitig soll dies auch der Start einer kleinen Serie sein, die ab jetzt in unregelmäßigen Abständen (also immer dann, wenn mir etwas derartigs im TV auffällt) hier im Blog stattfinden wird.

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Do

01

Apr

2010

April, April!

Dieses Jahr sind sie alle mit dabei: ARD, SPIEGEL Online, taz, diverse Radioprogramme (egal ob öffentlich-rechtlich oder privat), sogr YouTube. Ein Wettlauf um den gelungensten Aprilscherz hat begonnen. Frankies Flimmerkiste hat die interessantesten Fake-News gesammelt:

Sogar die seriöse Tagesschau macht heute auf lustig: Das Internet wird abgeschaltet: Keine IPs mehr da! Sogar die seriöse Tagesschau macht heute auf lustig: Das Internet wird abgeschaltet: Keine IPs mehr da!
SPON lässt Hartz IV-Empfänger im Test-Supermarkt probejobben. SPON lässt Hartz IV-Empfänger im Test-Supermarkt probejobben.
YouTube Deutschland bietet seinen Usern einen "Nur Text-Modus" an, um Bandbreitenkosten zu sparen... YouTube Deutschland bietet seinen Usern einen "Nur Text-Modus" an, um Bandbreitenkosten zu sparen...
Die taz probiert's mit einer Glosse: Sie behauptet einfach, Kohl wäre aufgrund einer Computerpanne bei den Wahlen 1998 noch immer Kanzler. Die taz probiert's mit einer Glosse: Sie behauptet einfach, Kohl wäre aufgrund einer Computerpanne bei den Wahlen 1998 noch immer Kanzler.
Bei DWDL holt SAT 1 den wohl erfolglosesten Geschäftsführer der ProSiebenSat.1 Media AG als letzte Rettung zum Bällchensender . Bei DWDL holt SAT 1 den wohl erfolglosesten Geschäftsführer der ProSiebenSat.1 Media AG als letzte Rettung zum Bällchensender .
Und last but noch least: Einige öffentlich-rechtliche und private Radiosender (unter anderem Bayern 3, ffn, hr3, SWR 3) haben das E-Mail-Proto für sich entdeckt, das in Deutschland ab Juni erstmals eingeführt werden soll. Und last but noch least: Einige öffentlich-rechtliche und private Radiosender (unter anderem Bayern 3, ffn, hr3, SWR 3) haben das E-Mail-Proto für sich entdeckt, das in Deutschland ab Juni erstmals eingeführt werden soll.
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Di

30

Mär

2010

ARD zeigt endlich Courage

Die ARD (Sie wissen schon: Der Sender, der noch im Jahr 2007 keine Probleme damit hatte, im Rahmen einer großen Bambi-Gala zu zeigen, wie das Verlagshaus Burda sich nicht entblödete, dem bekenndenden Scientologen Tom Cruise den "Ehren-Bambi für Courage" zu verleihen) zeigt morgen Abend einen schon allein deshalb bemerkenswerten deutschen TV-Film über einen Familienvater in den Fängen von Scientology.

Das kontroverse und mutige Drama "Bis nichts mehr bleibt" sei deshalb nicht nur ein paar Klicks weiter im "Glotzbefehl", sondern auch hier in diesem Blog wärmstens empfohlen.

Foto © Reuters Foto © Reuters
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Sa

27

Mär

2010

Ausgezeichnet!

Frankies Flimmerkiste gratuliert Oliver Welke und seinem Team zur gestrigen Grimme-Preis-Auszeichung für die wunderbare heute-show.

Zu diesem Anlass hier einer der schönsten Kommentare von Gernot Hassknecht:

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Di

23

Mär

2010

Finanznot macht erfinderisch: Die ARD-Jugendradios werden "nachtaktiv"

 

Was war das für ein (berechtigter) Aufschrei, als ein Insider aus der Radioszene Ende Juli letzten Jahres vermeldete, dass die HR-Jugendwelle You FM  ihre Sendung Nightline ab dem Jahr 2010 einzustellen gedenkt.

Der Nachttalk aus Hessen war eine der wenigen noch verbliebenen Wortsendungen im ansonsten zumindest tagsüber vom üblichen Chartgedudel dominierten Programm. Und diese letzte Insel der intelligenten Radiounterhaltung will der HR jetzt einsparen und womöglich noch gegen eine Nonstop-Chartmusik-Strecke ersetzen? Sollte wieder mal die Finanzmisere als Ausrede dafür herhalten, Qualität durch Mainstream zu ersetzen?

 

Ganz so drastisch wird es nun Gott sei Dank doch nicht kommen:

Es wird auf YouFM auch ab dem 12.04.2010 weiterhin eine werktägliche Nachttalksendung zwischen 23:00 und 01:00 Uhr geben. Nur wird diese dann LateLine heissen, und die Kosten hierfür werden nicht mehr alleine vom HR, sondern noch von 6 weiteren jungen ARD-Wellen (Sputnik, Das Ding, UnserDing, On3, Bremen Vier, N-Joy) getragen, die die Sendung im täglichen Wechsel parallel ausstrahlen werden. Das Ganze ist wahrlich nicht neu, sondern wird schon seit Jahren im nächtlichen ARD-Hörfunk so betrieben: Da gibt es zum Einen die ARD-Popnacht innerhalb derer sich z. B. WDR 2, HR 3, Bremen Vier, SWR 3 und Bayern 3 regelmäßig innerhalb ihrer Nachtschichten abwechseln und dann das Programm gemeinsam übernehmen. Ähnliches gilt für den Nachtexpress der ARD, welcher jedoch von den Schlager-Wellen gestaltet wird. Das nun ein Talk-Format durch diese praktische Arbeitsteilung annähernd bundesweit seinen Weg in den Äther findet, ist deshalb nur zu begrüßen. Anstatt wie bisher weitestgehend auf das jeweilige Sendegebiet fixiert, können die Moderatoren jetzt fast deutschlandweit mit ihren Hörern talken. Gerade bei politischen Fragestellungen kann es ja durchaus von Vorteil sein, wenn man sie mit der Lebenswirklichkeit der jungen Hörer aus den einzelnen Bundesländern direkt abgleichen kann. Apropos, Moderatoren: Das Team, dass die ARD-Radios hier formiert haben, kann sich durchaus sehen lassen. Holger Klein, der schon größtenteils die bisherigen YOU FM-Nightlines moderiert hat und auch Fritz vom rbb im montäglichen Blue Moon schon seit Jahren beweist, wie ein ordentlicher Nightttalk funktioniert und dabei nie um eine eigene, gerne auch mal politisch inkorrekte, Meinung verlegen ist, bekommt dabei Unterstützung von Caroline Korneli (Ex-Fritz-Mittagstalkerin, jetzt: Harald Schmidt), Jan Böhmermann (Ex-1Live- 'Poldi', jetzt ebenfalls Harald Schmidt) und Jens-Uwe Krause (bisher: Bremen Vier). Schön, dass man sich hier auf talentierte Eigengewächse konzentriert und nicht noch für viel Geld bekannte Stimmen von den Privaten zukauft.

Die junge Crew der LateLine: H. Klein, J. Böhmermann, C. Korneli, J.-U. Krause Die junge Crew der LateLine: H. Klein, J. Böhmermann, C. Korneli, J.-U. Krause

 

Es spricht also einiges dafür, sich ab Mitte April mal die eine oder andere Nacht beim für die neue LateLine um die Ohren zu schlagen.

 

Was allerdings schon verwundert, ist, dass ausgerechnet die innovativen ARD-Wellen, wie zum Beispiel der rbb, dessen unterhaltsame, innovatives und qualitativ hochwertiges Programme in meinen Augen Musterbeispiele für öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind, oder (in Teilen, wie der Nightline) der HR, finanziell derart unter Druck geraten, während anderswo anscheinend genug (Gebührenzahler-)Geld für blödsinnige Aktionen wie diese hier zur Verfügung steht:

 

Auch das ist öffentlich-rechtliches Radio 2010: Eine SWR 3 - Moderatorin fährt durchs Sendegebiet, verschenkt Plüsch-Elche. Der Sender bläst das Ganze zur riesigen Marketing-Kampagne auf.

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Mo

15

Mär

2010

"Alter Finne!"* - Die Medien warten auf Oslo

Lena Meyer-Landrut im Siegestaumel                                                             © dpa Lena Meyer-Landrut im Siegestaumel © dpa

 

Freitag abend, kurz vor halb elf: Die Siegerin von Unser Star für Oslo steht fest:

Lena Meyer-Landrut wird Deutschland am 29.05. in Norwegen mit dem Song „Satellite“ vertreten. Zeit für die deutsche Journaille, endlich die Kiste mit den alten Grand Prix-Klischees zu öffnen. FrankiesFlimmerkiste hat die acht beliebtesten Themen zusammengestellt:

  • Es ist unbedingt ein schon lange in Vergessenheit geratener Sänger aufzutreiben, der behauptet, der deutsche Beitrag klinge aber sowas von verdächtig nach seinem alten Hit. Dabei darf auf keinen Fall vergessen werden, dass Ganze mit der Aussage irgendeines Musikwissenschaftlers zu untermauern. Zusätzlich für Radio / TV einen Mix erstellen, in dem beide Songs übereinandergelegt werden. Dazu empfiehlt sich ein O-Ton von Ralph Siegel, der die Ähnlichkeit "sofort bemerkt haben will".
  • Bitte frühzeitig ein Interview mit der "einzigen deutschen Grand-Prix-Gewinnerin™" Nicole führen, in dem sie sagen darf, wie es sich damals angefühlt hat, vor so einem großen Publikum aufzutreten und die "unserer Lena" (auch ™) auf jeden Fall viel Glück wünscht. Außerdem bitte unbedingt irgendeinen Promi oder Normalo finden, der erzählt, wie er damals im Schlafanzug vor dem Fernseher sass, als Nicole auftrat ("...weiße Gitarre...") Ralph Siegel sollte ebenfalls ein paar kurze Erinnerungen beisteuern.
  • Eine Woche vor dem Finale sollte auf den Beitrag "So feiern sie eine Grand Prix-Party" auf keinen Fall verzichtet werden. Darin müssen zwangsläufig die Worte "Mettigel", "Käsehäppchen" und "Bowle" fallen. Tip: Besuchen Sie auf jeden Fall eine Schwulen-WG und fragen Sie dort nach dem Stand der Vorbereitungen! Außerdem interessant: Wie feiert eigentlich Ralph Siegel?
  • Im selben Zeitraum sollten sie außerdem unbedingt ein paar Norweger interviewen. Das machen sie solange, bis jemand sagt, den deutschen Beitrag samt Interpreten überhaupt nicht zu mögen. Dann diesen Satz als Aufmacher für ihren Beitrag/Artikel nutzen. Sofort danach Ralph Siegel befragen, der ihnen attestieren wird, dass er "Satellite" auch nicht mag, selbst wenn er Norweger wäre.
  • Am Tag vorher sind britische Buchmacher zu zitieren, die den deutschen Beitrag weit vorne (meistens Platz 1) sehen. Nicht den Kommentar Ralph Siegels unterschlagen, in dem er feststellt, dass man sich für derartige Trends nichts kaufen kann und das alleine der Moment entscheidet, in dem man auf der Bühne steht und sich dem europäischen Publikum präsentiert.
  • Nach dem (natürlich verlorenen) Finale ist unbedingt auf die berüchtigte "Balkan-Connection" hinzuweisen, die sich mal wieder gegenseitig die Punkte zugeschustert hat. Bei Platzierung Deutschlands im unteren Drittel unbedingt erwägen, im nächsten Jahr nicht mehr teilzunehmen oder noch einmal Ralph Siegel zu schicken.
  • Das Ergebnis sollte der gewissenhafte Journalist von sämtlichen Grand Prix-Experten (Georg Uecker, Jan Feddersen, Thomas Herrmanns, Hape Kerkeling) und Ralph Siegel kommentieren lassen. Unverzichtbar: Jeder muss seinen Lieblingsact nennen (meist ukrainische Trommel-Omas oder lettische Tenöre).
  • Der gesamte Modus der diesjährigen Vorausscheidung muss definitiv in Frage gestellt werden. Fordern Sie, dass im nächsten Jahr unbedingt alles anders werden müsse: Es sollte aber wieder eine Show geben. Diese soll von Thomas Hermanns moderiert werden. Auf der Couch könnten dann Joy Fleming, Georg Uecker, Guildo Horn und Ralph Siegel Grand Prix-Anekdoten zum Besten geben (wahlweise auch vor einer Videowand). Zur Wahl für den deutschen Grand Prix-Teilnehmer sollte junge, aber erfolglose "Chart-B-Ware" bereitstehen.

 

Nun aber mal genug der Satire:

Ich hoffe natürlich, dass es nicht so weit kommen wird, freue mich schon auf die

USFWoauchimmer-Shows im nächsten Jahr und wünsche Lena Meyer-Landrut

mit ihrem Song "Satellite" viel Erfolg in Oslo!

 

* Ausruf von Lena nach dem gewonnenen Finale, der geographisch jetzt...nun ja...

   ihr zukünftiges Reiseziel leider nur...sagen wir..."sehr ungenau" umschreibt.

 

 

 

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Di

09

Mär

2010

BILD schlägt (mal wieder) den Raab

 

Dass sich BILD und Stefan Raab nicht besonders mögen, ist ja allseits bekannt. Der Entertainer verweigert sich dem Boulevardblatt schon seit Jahren fast komplett. Da er mit dem werktäglichen TV total über eine ideale Werbeplattform für all seine Events verfügt, kann er sich das auch durchaus leisten. Anders verhält es sich beispielsweise bei Dieter Bohlen, der ja bekanntlich nichts unversucht lässt, mit jeder noch so obskuren Geschichte im Springer-Blatt stattzufinden. Die BILD dankt es ihm mit guter Promotion für sämtliche Produkte aus seinem Hause.

Wenn es darum geht, Raab in ein schlechtes Licht zu rücken, legt die Zeitung üblicherweise ein mindestens genauso großes Engagement an den Tag. Das kann man momentan ganz gut an der Berichterstattung über die beiden großen deutschen Casting-Shows erkennen. Während DSDS und seine Kandidaten mal wieder über Wochen für (meist positive) Schlagzeilen sorgen, wird das von Raab und der ARD initiierte Unser Star für Oslo vom Boulevardblatt bisher mehr oder weniger ignoriert. Bis zum heutigen Tag:

 

Den Artikel dazu gibt's (natürlich) hier.

 

Der makabere Zufall, dass der ungeklärte Tod des Bewerbers Donner am gestrigen Tag genau mit der Ausstrahlung in TV Total zusammentrifft, inspiriert das Boulevard-Blatt zu der unglaublich konstruierten Geschichte vom unglücklichen Sänger mit "großen Hoffnungen", der "ein Star werden wollte" und dem von der "amüsierten Männerstimme" in besagtem Beitrag so übel mitgespielt wird. Natürlich lässt BILD auch die Mutter von Donner zu Wort kommen. Die ist selbstverständlich empört darüber, dass "man sich noch gestern im Internet über ihn lustig gemacht hat", da der Beitrag wohl auch auf der USFO-Internetseite und bei TV Total als Video abrufbar ist. Und auch die BILD fordert hierzu genauso hektisch wie erfolglos eine "Stellungnahme" von Pro Sieben ein.

 

Keine Frage: Raab, der ja mit dem Anspruch angetreten ist, in Abgrenzung zu DSDS ein seriöses Casting-Format zu etablieren, hätte es zweifelsohne besser zu Gesicht gestanden, auf diese Ausschnitte gänzlich zu verzichten, zumal sie augenscheinlich eh nur dazu da sind, sich ein paar Lacher auf Kosten der untalentiertesten, aber dafür mit gnadenloser Selbstüberschätzung gesegneten Bewerber abzuholen. 

Dieses Zugeständnis an die Bohlen-Zielgruppe ist es dann auch, dass den bekanntesten Metzger Deutschlands heute auf die Titelseite der Springer-Presse befördert hat.

 

Schade, dass dadurch so ein herbeigeschriebener Skandal jetzt den wirklich sehenswerten Sangeswettstreit in den Hintergrund drängt, auch wenn das Ganze den Quote für das heute um 20:15 Uhr auf Pro Sieben live übertragene Halbfinale nicht unbedingt schaden muss.

Die scheinheilige Empörungs-Maschinerie der BILD läuft jetzt jedenfalls auf Hochtouren. Und da ich mir kaum vorstellen kann, dass sich Raab heute bei USFO  zu dem "Vorfall" äußert, kann ich auch die BILD-Schlagzeile von morgen schon erahnen:

 

"Herzlos-Raab ignoriert das Schicksal des toten USFO-Kandidaten"  

 

Außerdem werden wir uns in den kommenden Tagen über allerlei Enthüllungen aus dem Privatleben von "Raabs totem Show-Kandidaten" freuen können.

 

Ich kenn' sie doch, die feinen Herrschaften von der BILD... 

Nachtrag (heute, 13:30 Uhr):

 

Es geht schon los...

Nachtrag (09.03.2010, 18:30 Uhr):


Oh...was ist da denn los? BILD probiert es zur Abwechslung doch noch mit einer halbwegs sachlichen Berichterstattung zum gleich startenden Finale. Geschehen doch noch Zeichen und Wunder?

Nachtrag (10.03. 2010, 09:30 Uhr):

 

Wenn man nicht alles selber nachrecherchiert:

Der Beitrag mit dem toten Bobby Donner lief NICHT am Montag abend, sondern bereits in der letzten Woche auf TV total. Außerdem hat Pro Sieben nun auch

die fraglichen Internet entfernen lassen. Der vermeintliche Skandal ist also keiner (mehr). Bei BILD beendet man deshalb das Raab-Bashing und konzentriert sich stattdesssen jetzt ganz auf die tragische Lebens- und Leidensgeschichte des Kandidaten.

Nachtrag (11.03. 2010, 19:30 Uhr):

 

Auf BILDBLOG hat sich nun auch Stefan Niggemeier der Sache angenommen und die Beziehung zwischen Raab und BILD über den vermeintlichen "USFO-Skandal" hinaus beleuchtet. Unbedingt hier lesen und nebenbei noch mehr interssante Einblicke in die Geschäftspraktiken der größten deutschen Tageszeitung erhalten!

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Mo

01

Mär

2010

"Wash Echte" Tatort-Party

Mann, war dass gestern Abend eine langweilige und zähe Angelegenheit: Der erste TATORT nach der zweiwöchigen Olympia-Pause machte es dem Zuschauer trotz des ansonsten eigentlich immer recht soliden Ermittler-Duos Odenthal und Kopper wahrlich nicht leicht, auf dem heimischen Sofa nicht wegzudösen.

Wie muss sich da erst "Wash Echte Berliner" gefühlt haben, der es sich in seinem Weblog zur Aufgabe gemacht hat, typisch deutsche Kulturphänomene aus der Sicht eines ausländischen Großstadt- Immigranten zu durchleuchten. Der war nämlich auch auf einem dieser seit ein paar Jahren wie Pilze aus dem Boden schiessenden, sonntäglichen TATORT - Partys in einer Berliner Bar. Seinen schonungslos-sarkastischen Bericht kann man hier nachlesen. Es lohnt sich, denn es schärft durchaus den Blick, seine eigene, kleine Welt mal durch die "internationale" Brille zu sehen.

Mühten sich gestern redlich, den "Tod  auf dem Rhein" aufzuklären: Odenthal (U. Folkerts) und Kopper (A. Hoppe) Mühten sich gestern redlich, den "Tod auf dem Rhein" aufzuklären: Odenthal (U. Folkerts) und Kopper (A. Hoppe)
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Di

16

Feb

2010

Olympia hat auch seine guten Seiten...

... denn aus Angst vor Einschaltquotenverlusten motten fast alle Sender ihre Alltagsprogramme im Keller ein und zeigen Sonderprogrammierungen.

Eine davon ist "Best of DENNIS & JESKO", eine klasse Sketch-Comedy, die ich Euch hier und auch in diesem Blog schon mehrfach ans Herz gelegt habe. Heute abend um 23 Uhr im NDR geht's los. Kleiner "Teaser" gefällig? Bitteschöööön!:

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Mo

01

Feb

2010

Aha...So ist das...

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Do

21

Jan

2010

Erst Hetzjagd - jetzt Schmusekurs?

 

 

Na? Gestern abend auch den ersten Teil des neuen Dieter Wedel-Films "Gier" gesehen? Dann ist Euch bestimmt auch die junge Dame aufgefallen, über die die BILD.de gestern ein Interview veröffentlicht hat. Es ist Sibel Kekilli. Sie spielt in besagtem ARD-Zweiteiler die junge Schauspielerin Nadja Hartmann, die sich an der Seite von Finanzjongleur Glanz die ganz große Karriere erhofft und dafür so einiges in Kauf zu nehmen bereit ist.

Das es dieses Interview überhaupt gibt, ist schon mehr als merkwürdig, wenn man um die besondere Beziehung zwischen dem deutschen Film-Star und der Boulevardzeitung weiss. Begonnen hat alles im Jahr 2004:

 

Dort erlebte die damals 21-jährige ein regelrechtes Wechselbad der Gefühle: Für ihre erste große Filmrolle in Fatih Akins "Gegen die Wand" wurde sie auf der Berlinale ausgezeichnet. Kurz darauf brachte dann die BILD eine beispiellose Schmutzkampagne gegen die sympathische Schauspielerin ins Rollen, indem sie "enthüllte", dass Kekilli vor ihrem großen Durchbruch "Hardcore"-Pornos gedreht hatte, um sich finanziell über Wasser zu halten. Wochenlang füllte diese vermeintliche Sensation, natürlich angereichert mit pikanten Filmszenen und Statements ihrer damaligen Weggefährten, Freunde und Verwandten die Titelblätter.  Im Zuge dieser Veröffentlichungen brachen sogar ihre Eltern, denen sie diesen Teil ihres Lebens bisher verheimlicht hatte, den Kontakt zu ihr ab.

 

Die ganze ekelhafte Geschichte lässt sich hier im BILDblog leicht nachverfolgen.

 

Auch wenn der Deutsche Presserat –was selten genug passiert- im Dezember 2004 eine Rüge gegenüber dem Boulevard-Blatt aussprach, die die BILD dann auch klein(laut) mit fünfzehnmonatiger Verspätung druckte: der Schock über diese, auch in ihrer Aggressivität einmalige Entgleisung der Springer-Presse saß tief und so redete sich die Gehetzte in einer ergreifenden, tränenreichen Rede den Frust über diese "Medienvergewaltigung" (Zitat Kekilli) von der Seele, als sie Ende des Jahres mit dem Bambi ausgezeichnet wurde. Eine Mitschrift davon gibt’s hier:

 

In einem Interview mit der FRANKFURTER ALLGEMEINEN SONNTAGSZEITUNG  vom 23.02.04 schilderte sie darüber hinaus die durchaus als "mafiös" zu bezeichnenden Interview-Anfragen, mit denen BILD seinerzeit an sie herangetreten ist:

 

"Die "Bild"-Zeitung sagt mir zum Beispiel: 'Wir wollen jetzt an deine Eltern ran. Aber wir können sie in Ruhe lassen, wenn du uns ein Interview gibst.' Ich laß mich ganz bestimmt von denen nicht erpressen."

 

Mittlerweile scheint sich das Verhältnis zwischen der Schauspielerin und dem SPRINGER-Organ...nun ja...deutlich gebessert zu haben.

Sie hat der BILD-Zeitung nicht nur besagtes Interview zum TV-Start von "Gier" gegeben, nein, auch im letzten Jahr stand Kekilli der Zeitung schon einmal zusammen mit Regisseur Wedel zu genau demselben Thema Rede und Antwort.

 

Irgendwie schon komisch: Da wird ein Mensch wochenlang von einem Boulevardblatt aufs Übelste öffentlich bloßgestellt und zusammen mit seinem Umfeld terrorisiert, aber ein paar Jahre später ist das alles schon vergessen;  arbeitet man professionell zusammen, als wäre nichts geschehen?

Ich bin Gott sei Dank nicht Teil dieses Medienzirkus und kann deshalb als Außenstehender die Mechanismen, nach denen er funktioniert nur schwer abschätzen. Schadet die Verweigerung jeglicher Kooperation mit einem so starken Meinungsmacher wie BILD der Karriere auf Dauer so sehr, dass man letztendlich zähneknirschend doch gezwungen ist, gute Miene zum bösen Spiel zu machen? Vermag es tatsächlich jemand, dem so übel mitgespielt worden ist, seine aus tiefstem Herzen empfundene Abneigung gegen die Boulevard-Presse professionell bei Seite zu schieben, nur weil das Business es so will?

 

Wie gesagt: Ich will gar nicht darüber urteilen. Ich möchte es eigentlich nur gerne verstehen...

 

 

 

 

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Mi

13

Jan

2010

Radio NRW änder sein Dudel-Design

Seit dem frühen Montagmorgen haben die NRW-Lokalradios ein neues "On-Air"-Design. Auch ihr Programmschema haben sie verändert. Dabei sind sie auf folgende revolutionäre Idee gekommen:

Screenshot: Homepage von Radio NRW Screenshot: Homepage von Radio NRW

Irgendwie ja auch konsequent: Wenn sich die Sendungen schon seit Jahren eh kaum noch voneinander unterscheiden, weil sie außer Abzock-Gewinnspielen und den immer gleichen Chart-Hits gepaart mit ein paar dürren Lokal-News zur halben Stunde (ausgenommen sind hier zur Zeit noch die lokalen Sendestrecken) sowieso keine relevanten Inhalte mehr bieten, wozu diese dann krampfhaft vortäuschen wollen?

Und "Otto Nebenbeihörer" wird dadurch, dass der Name des jeweiligen Senders jetzt in die Opener integriert wurde, wahrscheinlich sogar denken: "Boah, super! Mein Lokalradio sendet jetzt durchgehend". Diesen Eindruck zu erzeugen, obwohl doch genau das Gegenteil der Fall ist und der Anteil der lokalen Berichterstattung im Gegensatz zu den Anfangstagen der Senderkette signifikant zurückgegangen ist, muss den Oberhausenern erstmal jemand nachmachen. Und auch der Musikfreund kann aufatmen, denn musikalische Vielfalt ist nach wie vor garantiert:

Screenshot:   Musik-Recherche "Radio 91,2" (Dortmunder Local) Screenshot: Musik-Recherche "Radio 91,2" (Dortmunder Local)
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Fr

08

Jan

2010

Voll Moppelkotze...

© Foto: NDR © Foto: NDR

... würde dieser freundliche Herr oben auf dem Bild dazu sagen, dass die gelungene Comedy „Dennis & Jesko“ für die ich hier vor ein paar Wochen schon mal die Werbetrommel gerührt habe, so ganz klammheimlich vor der Weihnachtspause beendet worden ist.

Und das, wo ich Euch doch gerade einen meiner Lieblingsclips daraus posten wollte.

Na egal. Mach‘ ich das jetzt halt trotzdem. Der Clip zeigt nämlich in 1:28 Minuten im Grunde all das, was diese Comedy aus der Masse der unzähligen Sketch-Shows heraushebt: clever beobachtete Parodien gepaart mit einer Vorliebe für skurrilen Blödsinn.

Bitteschön:

 

Und außerdem weise ich natürlich gerne darauf hin, dass diese beiden Herren, die für ihre Rubrik „Johannes Schlüter“ im vergangenen Jahr schon den rennomierten Grimme-Preis „gehamstert“ haben, ab kommenden Sonntag natürlich dennoch wieder im TV zu sehen sein werden.

Denn das einzige Satire-Magazin im deutschen TV ist aus der Winterpause zurück. Und damit auch die „Sendung mit dem Klaus“, die uns immer so schön den Irrsinn dieser Welt erklärt.  


Also dann: Erst einschneien (wg. Daisy), dann einschalten (wg. Klaus & Co)!


"extra 3" läuft jeden Sonntag um 22:45 Uhr auf dem NDR und wird jeweils donnerstags um 23:15 Uhr dort wiederholt.

 

Nachtrag:


Die erste Staffel von "Dennis und Jesko" lief seinerzeit unter dem Titel "Sehr witzig!", der von den öffentlich-rechtlichen Programmstrategen mal wieder so clever gewählt wurde, dass er quasi aufgrund seiner Stumpfheit  schon zum Ignorieren zwingt. Einige Dritte Programme (zuletzt der WDR) strahlen in loser Folge Wiederholungen hiervon aus. Wer mehr von diesem abgedrehten Humor schauen will, sollte also auf jeden Fall aufmerksam seine TV-Zeitschrift lesen...oder, die Verantwortlichen wollen es wohl nicht anders... YouTube konsultieren.

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Do

07

Jan

2010

Der Anti-Beckmann

 

Cordhut, rot-weiß gemustertes Hemd, Trachtenjanker und Herrenhandtasche, vor sich eine Schüssel grell gefärbter Bowle und ihm gegenüber ein interessanter Gast aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Sport oder Unterhaltung:

Wenn der (nur auf den ersten Blick) spießige Franke Erwin Pelzig sich in der ARD oder beim Bayerischen Rundfunk die Ehre gibt – und das tut er leider nur bis zu sechs mal im Jahr – deutet zunächst nichts darauf hin, dass man es hier mit einer Sendung zu tun hat, wie es sie im deutschen Fernsehen nur noch selten gibt.

Doch "Aufgemerkt! Pelzig unterhält sich", so der etwas sperrige Titel des Formats, verspricht nun schon seit mehr als 10 Jahren beste Unterhaltung. Dank der Programmpolitik der ARD-Verantwortlichen, welche die unkonventionelle Talk-Show in der Vergangenheit gerne auch schon mal auf dem "experimentellen" Sendeplatz am Montag gegen Mitternacht versendet haben, läuft das Ganze allerdings weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Zur Zeit versucht man durch Programmierung nach den donnerstäglichen Harald Schmidt-Shows einen möglichst optimalen Audience-Flow zu ereichen. Dank dessen spärliche Quoten-Ausbeute wird "Aufgemerkt!" allerdings auch hier wohl nicht mehr zum Publikums-Renner werden. Schade eigentlich. Denn das Reinzappen lohnt sich eigentlich immer.

 

Doch "Aufgemerkt! Pelzig unterhält sich", so der etwas sperrige Titel des Formats, verspricht nun schon seit mehr als 10 Jahren beste Unterhaltung. Dank der Programmpolitik der ARD-Verantwortlichen, welche die unkonventionelle Talk-Show in der Vergangenheit gerne auch schon mal auf dem "experimentellen" Sendeplatz am Montag gegen Mitternacht versendet haben, läuft das Ganze allerdings weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Zur Zeit versucht man durch Programmierung nach den donnerstäglichen Harald Schmidt-Shows einen möglichst optimalen Audience-Flow zu ereichen. Dank dessen spärliche Quoten-Ausbeute wird "Aufgemerkt!" allerdings auch hier wohl nicht mehr zum Publikums-Renner werden. Schade eigentlich. Denn das Reinzappen lohnt sich eigentlich immer.

 

In seiner Sendung darf der vom Kabarettisten Frank-Markus Barwasser dargestellte Kleinbürger Pelzig 60 Minuten lang mit Prominenten plaudern und einen satirischen Blick auf die großen und kleinen Ereignisse der vergangenen Wochen werfen. Barwasser legt seine Figur dabei jedoch nicht wie so viele vor ihm als engstirnigen Nörgler an, sondern als schlitzohrig-witzigen Plauderer und Menschenfreund, der, stets auf Seiten des sprichwörtlichen "kleinen Mannes" genüsslich seine Spitzen auf den Berliner Politbetrieb und die kleinen Absurditäten des Alltags abfeuert. Im ausgelassenen Plauderton legt er so im Vorbeigehen z. B. kurz vor der Bundestagswahl mal eben die finanziellen Zuwendungen der deutschen Banken und Großunternehmen an die Parteien offen, zitiert die absurdesten deutschen Arbeitsgerichtsurteile oder erzählt von seinem kleinen "Auffahrunfall" auf einen echten Maybach:

 

 

Bei all dem kommt es ihm spürbar wenig auf den schnellen Lacher, aber umso mehr darauf an, dass sein Publikum später mit einem gewissen Erkenntnisgewinn nach Hause geht.

 

Daneben begrüßt er dort Gäste, die (und das ist in diesem Falle mal keine Floskel) wirklich etwas zu sagen haben. Pelzig nimmt nicht jeden. Er lädt stets nur diejenigen ein,  die während der Vorbereitung auf die Sendung irgendwie seine Neugier auf ein interessantes Gespräch wecken konnten. Und neugierig ist er, dieser Pelzig:

Anders als die zahllosen Allzweck-Moderatoren,  die – egal welchen Gast sie vor sich haben – ihre Talks einfach "wegmoderieren" und nur darauf bedacht sind, ihre fein gedrechselten Fragen loszuwerden und ihrem Gegenüber möglichst die von ihnen erwarteten Antworten zu entlocken, hat man bei Pelzig stets das Gefühl, dass da einer sitzt, der sich wirklich für seinen Interviewpartner interessiert und sich akribisch auf sie vorbereitet hat. Redselig und jovial und nur auf den ersten Blick etwas ungelenk schafft er eine Gesprächsatmosphäre, in der sich seine  Gäste wohlfühlen und ist dabei meilenweit entfernt von der inquisitorischen Kreuzverhör-Taktik Beckmanns oder der aufgesetzten Klassensprecher-Nettigkeit eines Johannes B. Kerner.

Trotzdem erfährt man hier mehr als in allen anderen Talk-Shows der privaten und öffentlich-rechtlichen TV-Konkurrenz zusammen.

Denn das spießig-unauffällige Äußere Pelzigs verleitet die dort versammelten Promis und Normalos oft dazu, zu vergessen, welch kluger Kopf sich wirklich hinter dieser Figur versteckt. Und das macht Barwasser sich natürlich zur Erheiterung des Publikums immer mal wieder zu Nutze:

So kontert der Gastgeber Gregor Gysis Beschwerde über den Geschmack der besagten Bowle schon mal mit einem spontanen “Wir müssen sparen. Aufbau Ost ist bei Euch“.

Der Deutschland-Korrespondent von Al-Dschasira Aktham Suliman muss ebenfalls viel Humor beweisen:  Pelzig schenkt ihm hier ein Comic-Buch über Osama Bin-Laden:

 

Aber auch der quirlige Franke selbst ist sich für nichts zu schade:

So wagt er quer über Tische, Bänke und die Köpfe des Publikums einen Elfmeter-Versuch gegen eine Frauenfußballerin, unterstützt die Sportfreunde Stiller als "Bowlenglas-Trommler" bei ihrer Song-Darbietung oder fungiert als Prügelknabe für eine Stunt-Frau.

 

"Aufgemerkt! Pelzig unterhält sich" ist der Beweis dafür, dass es gar nicht viel braucht, um eine unterhaltsame und intelligente Unterhaltungssendung zu produzieren, die zudem auch noch mühelos dem öffentlich-rechtlichem Programmauftrag gerecht wird.

Eine Bühne, zwei Stühle, Publikum, einen Topf Bowle, interessante Gäste – aber vor allem einen neugierigen und talentierten Talkshow-Gastgeber, der sein Handwerk beherrscht und eben keinen blassen Karteikartenableser. Das es ausgerechnet eine Kunstfigur ist, die diese Qualitäten offenbart und so dem kränkelnden Genre wieder auf die Beine hilft – wer hätte das gedacht? Davor ziehe ich meinen (Cord)hut.

 

"Aufgemerkt! Pelzig unterhält sich" läuft in unregelmäßigen Abständen auf der ARD und im BAYERISCHEN RUNDFUNK. Nächste Sendung leider erst am 08.04.10 um 23:30 Uhr (ich werde im GLOTZBEFEHL daran erinnern)

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Mi

06

Jan

2010

Immer wenn man denkt, schlimmer kann's nicht mehr werden...

... mit dem ekelhaften "Echte Leute"-Fernsehen, welches mittlerweile fast alle Programmstrecken der großen Privatsender füllt, wenn man glaubt, das "Zur-Schau-Stellen" unbedarfter Normalos zu Quotenzwecken hätte seinen Höhepunkt erreicht,  genau dann hängen die Verantwortlichen die Messlatte von Geschmack und Moral noch mal ein kleines Stückchen tiefer. Das, was FAZ-Autor Peer Schader da im Krawall-Magazin EXPLOSIV auf RTL entdeckt hat und hier in seinem wunderbar zynischen Bericht schildert setzt in diesem Genre traurige Maßstäbe.

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Do

24

Dez

2009

Frohes Fest...

... all denjenigen, die dieser kleine Seite im Laufe der letzten zwei Monate die Treue gehalten haben. Ich verabschiede mich jetzt in die Feiertagspause und werde mir diese, nachdem ich ausgiebig mit Freunden, Familie und Verwandtschaft gefeiert habe, natürlich auch vor dem TV vertreiben:

Bis bald und schaut mal wieder rein!

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Mo

21

Dez

2009

Wer hat's erfunden?

Das Jahr neigt sich langsam dem Ende entgegen und auch in den Redaktionen der großen Late Night-Shows scheint man nicht unbedingt 'nen großen Bogen um den nächstbesten naheliegenden Gag zu machen. So kam es dann, wie es kommen musste:

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Fr

18

Dez

2009

Das große ZDF Programm-Memory

Na? Habt ihr am 23.11. auch den netten Familienfilm „Der Stinkstiefel“ mit „Wilsberg“-Darsteller Leonard Lansink verpasst. In dem von Thomas Nennstil inszenierten Film spielt er einen alten, verbitterten Mann, der durch die Liebe zu einer Frau einem besseren Menschen wird.

Ja? Dann habt ihr aber bestimmt am letzten Montag (14.12.09) eingeschaltet. Da lief die lustige Kommödie „Heute keine Entlassung“. Ein Film über einen alten, verbitterten Patienten, der durch die Liebe zu einer Frau zu einem besseren Menschen wird. Ach, ja. Regie führte ein gewisser Thomas Nennstil. Und Mariele Millowitsch hat die weibliche Hauptrolle gespielt. Wie? Den Film habt ihr etwa auch nicht gesehen?

Na, dann habt ihr doch sicher am letzten Mittwoch um 20:15 Uhr im ZDF den neuen „Marie Brand“-Krimi (ebenfalls mit ihr in der Hauptrolle) geschaut, oder? Ein Film, der sich in nicht unwesentlichen Teilen seiner Handlung mit dem Thema „Demenzerkrankung“ auseinandersetzt.

Morgen (19.12.09) läuft übrigens im ZDF ein neuer „Stubbe“-Fall, der sich, ihr ahnt es bereits, in nicht unwesentlichen Teilen seiner Handlung mit dem Thema „Demenzerkrankung“ auseinandersetzt. Besonders schön ist das für diejenigen, die den letzten Krimi aus der Reihe „Stubbe-Von Fall zu Fall“ verpasst haben sollten. Der lief vor gar nicht so langer Zeit:  am 21.11.09.

Da würde ich ja irgendwie schon gerne mal dabei sein, wenn die im ZDF ihre Sendeplätze auswürfeln...

L. Lansink in "Der Stinkstiefel" © ZDF L. Lansink in "Der Stinkstiefel" © ZDF
P. Sattmann in "Heute keine Entlassung"    © ZDF/Stefan Erhard P. Sattmann in "Heute keine Entlassung" © ZDF/Stefan Erhard
M. Millowitsch in "Marie Brand..."  © ZDF M. Millowitsch in "Marie Brand..." © ZDF
W. und S. Stumph in "Stubbe - von Fall zu Fall"  © POLYPHON W. und S. Stumph in "Stubbe - von Fall zu Fall" © POLYPHON
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Do

03

Dez

2009

Die gierigen Geier kreisen schon...

Wenn ein großes Traditions-Unternehmen Insolvenz anmelden muss, dann ist das für alle Beteiligten wahrlich kein Grund zum Jubeln. Wenn es sich dabei dann auch noch um einen der größten Arbeitgeber im Umkreis handelt und infolgedessen Hunderte von Mitarbeitern gerade in diesen Krisenzeiten ihren Kündigung erhalten; wenn die Firmengründer mit einem Schlag alles verlieren, was sie über Jahrzehnte aufgebaut haben; wenn die Existenz ganzer Familien auf dem Spiel steht - dann sollte man meinen, dass sich die Freude darüber bei jedem, der noch ein wenig Verstand in sich trägt, doch eher in Grenzen hält.

Die NORIS TREUHAND GRUPPE, ihres Zeichens Insolvenzverwalter und als solcher für die „Abwicklung“ der Firma CHALET MASSIVE MÖBEL mit Hauptsitz in meiner Heimatstadt Lüdinghausen zuständig, scheint das gänzlich anders zu sehen.

Zu diesem Eindruck gelangt man jedenfalls, wenn man sich die Ansammlung von Widerwärtigkeiten, die notdürftig als Werbeprospekt getarnt wurde und mir seit einiger Zeit in regelmäßigen Abständen mit meiner Tageszeitung ins Haus flattert, einmal genauer ansieht:

 

Voller Freude wird gleich auf der ersten Seite in einer Art Anschreiben an die „sehr geehrten Damen und Herren“ Kunden darauf hingewiesen, dass hier „bald die Lichter für immer ausgehen“ und die „CHALET-Tradition endgültig und unwiderruflich zu Ende“ sei.

Man möchte fast ein „Das wurde aber auch Zeit!“ einfügen, so enthusiastisch klingt das Ganze. Erstaunlicherweise fehlt auch das Aktenzeichen des Urteils nicht, unter dem vom Amtsgericht Münster die Insolvenz bekannt gemacht worden ist. Wo hier der Erkenntnisgewinn für den gierigen Schnäppchenjäger liegt, kann uns sicherlich nicht mal der unsympathische Herr verraten, dessen Konterfei uns am rechten unteren Rand des Blättchens präsentiert wird. Entschlossen sieht er aus, wie er uns so mit einer Zeitung in den Händen entgegenblickt. „Gott sei Dank“ scheint er zu denken, „jetzt ist die verdammte Klitsche bald endgültig dicht. Und vorher wird noch mal ordentlich abkassiert!“. Wahrscheinlich hätte man auch noch ein Foto der Belegschaft abgedruckt, wie sie den Verlust ihrer Arbeitsplätze betrauert, wenn man nur eines hätte finden können...

 

Das Pamphlet ist allerdings nicht nur hässlich, sondern in seinem Dilletantismus manchmal auch unfreiwillig komisch:

 

So erhält der geneigte Leser eine wertvolle Gedankenstütze:

Waas? Jetzt schon? Am 3. Dezember? – Verrückt! Waas? Jetzt schon? Am 3. Dezember? – Verrückt!

Hinten raus gehen mit den Verfassern dann völlig die Gäule durch.

Ein Unternehmen zu zerschlagen reicht wohl nicht mehr aus. Nein, wenn schon, denn schon... So heißt es hier in martialischem Tonfall:

Mensch, Leute. Das Zeug kauft doch dann keiner mehr! Mensch, Leute. Das Zeug kauft doch dann keiner mehr!

 

Man könnte in der Tat über so viel zur Schau gestelltes Unvermögen nur lachen, wenn das alles für die Betroffenen nicht so traurig wäre. Denn für jeden, der sich auch nur im Geringsten mit dem Betrieb, in dem er über Jahre gearbeitet hat, identifizieren konnte, sind die platten, gehässigen Slogans ein Schlag ins Gesicht.

Es bleibt also, so paradox es sich auch anhören mag, nur zu hoffen, dass mittlerweile nun wirklich alle Arbeitsverhältnisse der Mitarbeiter gekündigt worden sind und die Abwicklung des Insolvenzgeschäfts von NORIS selbst vorgenommen wird. Die Kunden, die sich von dieser Geschmacklosigkeit angesprochen fühlen, würde ich jedenfalls nicht bedienen wollen.

 

Sicher...Es ist natürlich die Aufgabe eines Insolvenzverwalters, die Restbestände des Unternehmens möglichst gewinnbringend zu veräußern um mit dem hieraus erzielten Betrag möglichst viele Gläubiger zufrieden stellen zu können.

Soll dies erfolgreich geschehen, muss man natürlich für derartige Abverkäufe auch Werbung machen können. Das man hierbei in der Flut von Prospekten auch irgendwie auffallen muss, ist auch klar. Aber doch bitte nicht auf Kosten all derer, die in guten Zeiten wesentlich zum Erfolg des Unternehmens beigetragen haben.

 

Eben jenen - den ehemaligen CHALET-Mitarbeitern - ist nur zu wünschen, dass sie möglichst schnell woanders unterkommen.

Denjenigen, die für die Gestaltung dieser widerlichen Werbebeilage verantwortlich sind, ist eh nicht zu helfen. Die merken nämlich anscheinend gar nix mehr...

 

                                                         © Dämlicher Prospekt: NORIS Treuhand Gruppe

 

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Mo

23

Nov

2009

DSDS 7: Es darf wieder gemobbt werden!

 

Stellt Euch mal Folgendes vor:

 

Ihr habt Eurem Chef zugesagt, für seine Firma ein richtig wichtiges Projekt auszuarbeiten. Ihr legt Euer ganzes Herzblut in die Arbeit, und hofft, dass er mit Eurem Engagement zufrieden ist. Dann kommt der große Tag der Präsentation.

Die gesamte Abteilung hat sich im Konferenzraum versammelt und wartet gespannt auf Euren Vortrag. Ihr beginnt, aber nach den ersten drei Minuten werdet ihr von Eurem Chef rüde unterbrochen. Er sagt Sachen wie "Du bist die personifizierte Talentfreiheit aus Deutschland“ und als ihr  ihn fragt, ob ihr eine zweite Chance bekommen könntet, um Eure Präsentation zu überarbeiten, entgegnet er nur "In diesem Leben wird das nichts mehr. Da können dann vielleicht nur noch die Ärzte helfen...“.

Als ihr niedergeschlagen auf Euren Platz marschiert, werdet ihr begleitet vom Johlen und Schreien der Belegschaft, die immer wieder den Namen Eures Chefs skandiert und ihn regelrecht für seine Kommentare feiert.

 

Ein Albtraum? Mitnichten. In der deutschen TV-Landschaft ist das Ganze schon seit langem bittere Realität:


Sämtliche Privatsender setzen bereits seit einiger Zeit in großen Teilen ihrer Programme auf die ach so beliebten Genres "Bloßstellen“ und"Fremdschämen“. Ganz egal, ob genüsslich die körperlichen Unzulänglichkeiten von 40-jährigen Nesthockern und verliebten Landwirten zelebriert, angehende Topmodels und Popstars gesucht werden, das "ganz normale Leben“ abgefilmt oder, falls zu unspektakulär, selbst inszeniert wird: Zum Erfolg wird im Moment alles das, was beleidigt oder lächerlich macht. Was für ein Gesellschaftsbild durch diese "Shows“ kultiviert wird, kümmert die Verantwortlichen indes selbstverständlich wenig. Hauptsache die Quote stimmt. Und das tut sie ja dann leider auch.

 

Bohlen, der "Chef" Bohlen, der "Chef"

 

Bei RTL heißt die (Albtraum)-Firma „Deutschland sucht den Superstar“ und ihr Chef ist ein alternder Pop-Produzent namens Dieter Bohlen. Und da die Castings (wenn man sie überhaupt noch so nennen kann)  in der Regel viel höhere Marktanteile erzielen, als die nachfolgenden regulären Mottoshows, gibt’s dieses Jahr noch mehr davon:

RTL will nämlich ab DSDS 7 den "Comedy-Charakter“ noch stärker herausstellen und in den ersten Recall hinüberretten. Dort sollen die Kandidaten unter karibischer Sonne "diverse musikalische Aufgabestellungen“ bewältigen, die dann von Scharfrichter Bohlen gewohnt nahe an der Körperverletzung kommentiert werden.

Auch diese ach so lustigen Animationen, die die RTL-Macher seit der letzten Staffel nachträglich in das Filmmaterial aus den Castings reinschneiden, werden wohl wieder vertreten sein. Ist ja schließlich Comedy.

Vielleicht hat RTL ja Glück und es bricht wieder ein Kandidat heulend zusammen. Dem könnte man dann doch so schöne Comic-Tränchen über das Gesicht laufen lassen. Oder man lässt einfach so’nen jaulenden Hund durchs Bild laufen. Wäre doch bestimmt total lustig, oder?

Nein? - Ach, ihr habt einfach keinen Humor!

 

(Die „Sprüche“ des Chefs weiter oben sind übrigens -fast unnötig, es zu erwähnen-  allesamt Bohlen-Originale)

 

 

 

                                                                                               © Foto: Trekxtor / LifePR

Nachtrag (02.12.09, 18:03 Uhr)

 

Auch Peer Schader vom FAZ-Fernsehblog hat sich dem Thema "RTL und seine Freak-Shows" gewidmet. Und zwar hier:

 

http://faz-community.faz.net/blogs/fernsehblog/archive/2009/12/02/warum-der-erfolg-von-rtl-dem-deutschen-fernsehen-schadet.aspx

 

Bemerkenswert: Selbst Stefan Raab nimmt jetzt die RTL-"Kandidaten" vor den Machern des Doku-Drecks in Schutz. Schöner Artikel. Schaut mal rein!

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Fr

20

Nov

2009

Alex muss jetzt früh raus!

© Sony Pictures © Sony Pictures

Heute hab’ ich mal  'ne gute und 'ne schlechte Nachricht für alle Fans und Freunde der tollen RTL Comedy–Serie „Mein Leben und Ich“. Welche wollt Ihr zuerst hören?

OK. Dann fang’ ich mal mit der Guten  an:

RTL strahlt (ein paar Monate nach dem DVD-Start) nun endlich die sechste und letzte Staffel auch im Free-TV aus.

 

So...und jetzt die Schlechte:

 

Die ersten Folgen laufen bereits. Das hat aber niemand mitbekommen, weil RTL sich überlegt hat, die neusten Episoden aus dem Leben der zynischen Alex am  Samstagmorgen zu versenden. Einen einheitlichen Sendeplatz gibt es selbst hier jedoch nicht. Grundsätzlich ist da im Zeitraum von 5- 10 Uhr alles vorstellbar.

Aber wer nicht so früh aufstehen möchte, der hat natürlich trotzdem noch eine Chance. Er muss halt nur später ins Bett gehen. In der Nacht vom heutigen Freitag auf Samstag kann man ab 01:55 Uhr auf RTL noch mal die ersten beiden Folgen der finalen Staffel anschauen. In den Programmzeitschriften und selbst auf der RTL-Homepage findet sich natürlich keinerlei Hinweis darauf. Hiernach sollte um diese Zeit eigentlich die grottige Fake-Doku "Familien im Brennpunkt" laufen.

 

Es ist schon mehr als traurig, wie RTL nun mit einer der intelligentesten Sitcoms seiner Sendergeschichte umgeht. Gut. Ein großer Quotenhit war die Reihe sicherlich nie. Jedoch hat sie sich über die Jahre eine solide Fangemeinde erobert. Außerdem war sie ein Kritikerliebling. Das Verhältnis von Anspruch und Quote schien hier zu stimmen, wie bei sonst nur wenigen Serien im Programm des Kölner Senders.  Das ist wohl auch der Grund warum RTL so lange an dem Format festhielt und  insgesamt sechs Staffeln produzieren ließ.

Und die Macher enttäuschten ihren Auftraggeber tatsächlich nicht:

Bei vielen anderen deutschen Serien ähnlicher Machart ist bereits in Staffel 2 inhaltlich so sehr die Luft raus, dass sich die Autoren in immer bescheuertere Handlungsstränge retten mussten, was den Schauspielern zwar sichtlich Spaß macht, die Zuschauer aber oft ratlos zurücklässt („Doctor’s Diary“, „Berlin, Berlin“, „Türkisch für Anfänger“). „Mein Leben und ich“ jedoch hielt von Erzähltempo, Dialogwitz und Storyideen her über die gesamte Distanz sein Anfangsniveau.

 

Sicherlich: Nach sechs Staffeln ist auch die beste Geschichte auserzählt. Aber trotzdem hätte sich RTL bei der Suche nach einem passenden Sendeplatz ein bisschen mehr Mühe geben können.

Andererseits hat man sich in der Chefetage des Senders wahrscheinlich von der Zielgruppe für derartig intelligente Unterhaltung wohl schon vor Jahren verabschiedet...

 

Nachtrag (21.11.09, 17:54 Uhr):

 

RTL hat gestern tatsächlich anstelle von "Familien im Brennpunkt" die ersten zwei Folgen der 6. Staffel ausgestrahlt. Warum zunächst Folge 2 und dann die Premierenepisode gesendet wurde, wissen wohl nicht einmal die Verantwortlichen selbst.

Heute ging es dann (ansonsten wäre es wohl auch langsam zu berechenbar) munter mit der Ausstrahlung der letzten Episoden von Staffel 5 weiter!!!

Vielleicht doch besser die DVD kaufen!

 

Nachtrag (24.11.09, 22:51 Uhr):

 

Auch der Herr Niggemeier hat sich in seinem Blog dieses Themas angenommen und unter "Artikel" einen lesenswerten Beitrag zur Sendeplatz-Politik von RTL verfasst:

 

www.stefan-niggemeier.de/blog/kategorie/artikel/

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Di

17

Nov

2009

Seelenverwandte?

 

Schon komisch, aber in der letzten Folge der wunderbaren Serie PASTEWKA, in der TV-Junkie Bastian von seiner Freundin Anne zum einwöchigen Fernsehverzicht verdonnert wird, habe ich mich beunruhigenderweise was Ausprägung und Symptome seiner  Mediensucht angeht doch irgendwie wiedererkannt.

Und ich befürchte, auch meine Freunde werden mir Recht geben, wenn sie das hier gesehen haben    ;-)

 

Die gesamte Folge gibt's hier zu sehen:

 

http://www.myspass.de/myspass/shows/tvshows/pastewka/Das-Experiment--/1219/

 

 

"PASTEWKA" läuft jeden Freitag um 21:45 Uhr auf SAT 1

 

 

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Mo

16

Nov

2009

"Tatort": BILD

 

Beim ARD-Tatort läuft es derzeit wie am Schnürchen: Die Quoten liegen oft auf Rekord-Niveau. Auch die werberelevante Zielgruppe scheint den Sonntagabend immer öfter mit dem öffentlich-rechtlichen Krimi, als bei den Spielfilmen der privaten Konkurrenz verbringen zu wollen. Da wundert es nicht, wenn auch die BILD (und ihr Internet-Ableger BILD-Online) die beliebte Reihe seit einiger Zeit zum Thema ihrer Berichterstattung werden lässt.

 

Der gestrige Lindholm-Tatort mit dem Titel „Es wird Trauer sein und Schmerz“ war aber auch wirklich sehenswert.

Fand auch die BILD und widmete dem ARD-Krimi heute folgenden Artikel:

 

www.bild.de/BILD/unterhaltung/TV/tatort/2009/11/16/niedersachsen-tatort-maria-furtwaengler/quotenkoenigin-charlotte-lindholm-als-knallharte-ermittlerin-mit-herz.html

An sich eine sehr detailgetreue Beschreibung der Handlung. Vor allem diejenigen, die den Lindholm-TATORT aufgezeichnet haben und heute ahnungslos zur BILD-Zeitung greifen, um diesen kleinen Artikel zu lesen, werden sich total über die Auskunftsfreudigkeit der Boulevardzeitung freuen. Sie haben nun wieder mehr Tagesfreizeit. Den ARD-Krimi brauchen sie zumindest nicht mehr anzusehen. Den Mörder kennen sie ja nun bereits...

                                                                           

Über ein paar andere, viel interessantere Details schweigt sich die BILD jedoch merkwürdigerweise aus:

Kein Wort ist hier z. B. darüber zu lesen, dass die Gaffer am Unfallort fleißig mit ihren Kamera-Handys Bilder schießen. Auch die Tatsache, dass das letzte Beinahe-Opfer des Heckenschützen eine junge Frau ist, die den Unfalltod von dessen Lebensgefährtin mit ihrem Handy festhält, um den Film danach in ein Video-Portal einzustellen, wird natürlich mit keiner Silbe erwähnt.

 

Wahrscheinlich will die BILD ihre Leser nicht zu sehr beunruhigen. Nicht, dass die sich noch schuldig fühlen:

Ausriss: "BILD ONLINE"

 

 

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Do

12

Nov

2009

"Wenn man keine Ahnung hat...

... einfach mal Fresse halten!" Dieses Zitat von Dieter Nuhr gilt zur Zeit besonders für die hiesige Medienbranche, die sich mit ihrer atemlosen, sensationsgierenden Berichterstattung über den Tod des Nationaltorhüters Robert Enke selbst ins Abseits gestellt hat.

Dies meint zumindest Dirk Gieselmann in seinem Artikel für das alternative Fußballmagazin "11 Freunde". Und der ist so gut, dass man den Verantwortlichen zurufen möchte: Lest das und schämt Euch!

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Mi

11

Nov

2009

Clone Wars

 

Heute abend passiert es: Kerner und Jauch senden erstmalig gegeneinander!

Trauriger Anlass ist der tragische Tod des Nationaltorhüters Robert Enke, der Sat 1 dazu veranlasst hat, heute abend um 23:15 Uhr ein "Kerner"-Spezial zu diesem Thema zu senden. Auch Günther Jauch wird sich in seiner regulären "stern TV"-Sendung ab 22;15 UHr auf RTL dem Tod des Hannover 96-Keepers widmen.

Der geneigte Zuschauer kann also heute abend wählen, ob er sich lieber rote oder weiße Sessel anschauen möchte. Vielleicht hat der Sat 1-Neuzugang ja Glück und Jauch zeigt den Enke-Beitrag direkt zu Beginn. Dann bleibt für Kerner und seine Redaktion schließlich noch genug Zeit zum Kopieren. Das müssten die ja mittlerweile im Schlaf können...

 

 

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Di

10

Nov

2009

Mit Michelle hat der Thommy mehr zu lachen

 

Wer sich immer schon mal gefragt hat, welche Aufgabe Michelle Hunziker bei "Wetten, dass...?!" eigentlich hat. Hier die Antwort:

 

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